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Sonnenuntergang

Fluch der Karibik vor Langeoog

Wir starteten unsere abendliche Schiffsfahrt vom Inselanleger aus – hinein in einen traumhaft gefärbten Nordseehimmel. Keiner an Bord war ernst … am allerwenigsten die Besatzung. Und bevor wir die ersten Fotos eines schönen Sonnen­unter­gangs auf See schießen konnten, zeigte uns der Kapt'ain erst einmal, wie schön so ein Schiff doch schaukeln kann. Klasse, und wie soll ich bei dem Gewackel einen geraden Horizont hinbekommen? Aber der Mann hatte ein Einsehen und wir durften aufs Vordeck. Hier konnten wir uns sozusagen fotografisch austoben, bis die Sonne schließlich ganz im Meer versunken war.

Piratenskelett
Kreisch !! – Dieser Herr hat wohl schon länger nichts mehr zu essen bekommen: Fahrgast an Bord der „Langeoog I”
Ohje, aber was war denn das? Plötzlich starrte mich ein Pira­ten­skelett an – oder waren es die Überreste eines ver­ges­senen Foto-Touristen? Schauerlich! Da kommen ja schlim­me Gedanken auf – und ich fing plötzlich an zu frieren.

Kaum hatte ich mich von dem Schrecken erholt „zwang” mich der nette Kapitän auf die Brücke und ans Mikro. Ich musste allen Passagieren folgende „Botschaft” übermitteln: „Alle Mann an Deck – der Pisspott leckt!” Da dies eine feucht-fröhliche Ausflugs­fahrt war, haben alle gelacht – und ich kam aus dieser „peinlichen Situation” ohne „Blessuren” heraus.

Zunächst ging es zwischen den Inseln Langeoog und Baltrum hindurch auf die offene See – damit wir lernen, dass die Nord­see auch richtige Wellen macht, wie der Kapitän meinte. Dort angekommen ging es auch wirklich schön rauf und runter. Aber dann hatte die Schiffs­crew Mitgefühl mit den Landratten und es ging zurück in ruhigere Gewässer.

Der Begriff „Kreuzfahrt” erhielt auf dieser Tour noch eine ganz andere Bedeutung: Denn es ging wirklich kreuz und quer durch die Nordseenacht.

Steuerhaus
Volles (Steuer-)Haus: Die Crew der „Langeoog I” ist bei der „Kleinen Abendfahrt in See” immer zu Scherzen aufgelegt
Mal sah man die Insellichter von Steuerbord, dann von Backbord aus, manchmal war alles stockfinster und dann konnte man wieder was erkennen – und so ging es munter hin und her ­ kreuz und quer. Auch wenn es für eine nord­deutsche Krabbe wie mich peinlich ist: Mir wur­de dabei richtig schlecht – und das bei spiegel­glatter See. Nun ja, an diesem Abend hatte ich mich selbst über­troffen.

Als wir nach ungefähr 3 Stunden wieder an Land gingen, waren wir uns einig: Diese lustige Fahrt hatte sich gelohnt – nicht nur wegen der schönen Urlaubs­bilder.



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