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Autotransporter steuert den Hafen an
Der Autotransporter "Morning Carina" steuert den Bremerhavener Hafen an. Links im Hintergrund sieht man das Containerterminal.

Bremerhaven

Containerterminal
Die längste Stromkaje der Welt - das Containerterminal Bremerhaven. Durch das im September 2008 eingeweihte Containerterminal 4 (links - nicht ganz im Bild) beträgt die Gesamtlänge jetzt rund 4,9 km.

Bremerhaven wurde 1827 auf Initiative des Bremer Bürgermeisters Johann Smidt gegründet, um die Stellung Bremens als Hafenstadt gegenüber den Oldenburger Häfen zu erhalten. Bremens Häfen konnten wegen der zunehmenden Versandung der Weser bei Ebbe häufig nicht angefahren werden, da die Wassertiefe dann manchmal nur noch 2 Meter betrug. Das Ziel war die Unabhängigkeit Bremens von diesen Widrigkeiten.
1830 wurde der "Bremer Haven", der heutige Alte Hafen oder Museumshafen, eröffnet. Für den regelmäßigen Schiffsverkehr nach Amerika, der 1847 begann, war er allerdings schon zu klein und so wurde 1851 der Neue Hafen in Betrieb genommen. Über viele Jahrzehnte entwickelte sich Bremerhaven zum größten Auswandererhafen Deutschlands.

Die starke Ausrichtung auf Schiffbauindustrie und den Hafenbetrieb - Bremerhaven war bis in die 1970er-Jahre größter Fischereihafen des Kontinents - blieb angesichts des strukturellen Umbruchs durch die Werftenkrise, die abnehmende Bedeutung der Fischerei und die zunehmende Rolle des Luftverkehrs im interkontinentalen Transport nicht ohne Probleme. Sie brachten verglichen mit dem Bundesdurchschnitt geringere Wachtumsraten und höhere Arbeitslosigkeit mit sich. Dieser Entwicklung begegnete man durch Änderung der Schwerpunkte:

Autoterminal
Der Autoumschlag ist der zweite große Hafen-Schwerpunkt in Bremerhaven

Heute hat das seit den 1960er-Jahren stetig ausgebaute Containerterminal und der Autoumschlag die größte Bedeutung für den Hafen. Der Fischereihafen wurde zu einem Zentrum der Nahrungsmittelindustrie ausgebaut (da geht's nicht nur um Fisch), manche nennen ihn das größte Kühlhaus Europas.

Auch die touristischen Attraktionen will Bremerhaven weiter ausbauen. Im Bereich des alten und neuen Hafens liegt ein Schwerpunkt mit dem Schifffahrtsmuseum, dem Zoo am Meer, dem Auswandererhaus und dem kürzlich eröffneten Klimahaus. Der zweite ist das "Schaufenster Fischereihafen" mit dem "Atlanticum" und dem Museums-Fischdampfer "Gera".

Nach und nach wollen wir an dieser Stelle die eine oder andere der Sehenswürdigkeiten Bremerhavens vorstellen, zu denen auch die zahlreichen Leuchttürme zählen.

Deutsches Schiffahrtsmuseum

Schiffahrtsmuseum
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum liegt direkt zwischen der Weser und dem Alten Hafen. Die meisten Schiffe im Außenbereich können besichtigt werden.

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (es schreibt sich noch mit zwei f) wurde Anfang der 70er Jahre am Alten Hafen sozusagen rund um die Hansekogge von 1380 herumgebaut. Sie wurde 1962 in der Weser bei Bremen gefunden und ist nach wie vor das wichtigste Ausstellungsstück des Museums.

Zusammen mit den anderen Exponaten - darunter unzählige Modelle, mehrere Motoren, zahlreiche Boote, Schiffszubehör, Navigationsgeräte und vor allem die richtigen Schiffe im Außenbereich des Museums - wird hier das komplette Spektrum der Seefahrt und des Schiffs- und Bootsbaus gezeigt.

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Technikmuseum U-Boot "Wilhelm Bauer"

U-Boot "Wilhelm Bauer"
Sie gehört zur modernsten U-Boot-Generation des zweiten Weltkriegs: Die "Wilhelm Bauer"

Ebenfalls im Alten Hafen neben den Schiffen des Deutschen Schiffahrtmuseums liegt seit 1984 das U-Boot "Wilhelm Bauer", das jedoch unabhängig davon von einem Förderverein als Technikmuseum betrieben wird. Sie ist das einzige noch vorhandene U-Boot des Typs XXI der deutschen Kriegsmarine. Die "U 2540" wurde gegen Ende des Krieges auf einer Ausbildungsfahrt von der eigenen Mannschaft versenkt. 1957 wurde sie wieder gehoben, instandgesetzt und diente der Bundesmarine bis 1982 als Erprobungsträger.

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Zoo am Meer

Seelöwen
Die Robben kann man im Zoo am Meer über und unter Wasser beobachten

Der Zoo am Meer trägt seinen Namen zu Recht. Direkt zwischen Weser und Neuem Hafen am Tor zur Nordsee gelegen, drückt er besser aus, worum es hier geht, als "Tiergrotten" - die Bezeichnung, die er bis Anfang der Achziger Jahre trug. Zwar gibt es auch Pumas und Affen, aber der Schwerpunkt liegt doch bei Tieren, die im und am Wasser leben: Eisbären, Robben, Pinguine, Seevögel und viele andere.

Durch die gründliche Umgestaltung Anfang dieses Jahrzehnts hat er noch spürbar gewonnen.

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Bremerhavens Häfen

Schwimmdock
Im Schwimmdock der Lloyd-Werft im Kaiserhafen III liegt der Hafenschlepper "ZP Montali" und ein weiterer Schlepper
Die Häfen Bremerhavens sind die Keimzelle der Stadt, die um die Kajenanlagen herum entstand. Bremerhaven ist nach Hamburg der zweitgrößte deutsche Seehafen und dementsprechend viel gibt es hier zu sehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Schifffahrts-Betrieb aus der Nähe zu betrachten. In regelmäßigen Abständen fährt z.B. ein Doppeldeckerbus vom Fischereihafen aus über den Museumshafen, die Überseehäfen zum Containerterminal und zurück.

Den besten Einblick in das Geschehen vermittelt allerdings eine Hafenrundfahrt. Davon gibt es gleich drei verschiedene, denn aufgrund der Ausdehnung der gesamten Anlagen würde eine Tour durch alle Hafenbereiche mehrere Stunden dauern, was den meisten Besuchern wohl zuviel sein dürfte. Eine Fahrt mit der "Dorsch" führt durch den Fischereihafen, eine weitere etwa einstündige Rundfahrt führt durch die Überseehäfen und bei einer dritten Schiffstour kann man sich die Columbuskaje und das Containerterminal aus der Nähe ansehen. Wir haben uns einmal die Überseehäfen mit ihren Werftbetrieben und den Autoverladestationen angesehen.

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Bremerhavener Aussichten

Radarturm
Radarturm
Der Radarturm bietet bei gutem Wetter eine schöne Übersicht über die Stadt und vor allem den Hafenbereich

Rund fünf Minuten zu Fuß vom Schifffahrtsmuseum entfernt liegt die Verkehrszentrale des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven, weithin sichtbar durch ihren markanten Radarturm. Von hier aus wird der gesamte Schiffsverkehr auf der Weser überwacht.

Fischereihafen
Vom Radarturm hat man einen guten Überblick über den Fischereihafen (Bild oben), die Geestemündung und den Alten Hafen (Museumshafen)

In der Revierzentrale laufen die Signale von 8 Radarstationen vom Leuchtturm "Alte Weser" bis zur Weserinsel Harriersand zusammen. Alle Kapitäne größerer Schiffe müssen sich hier anmelden, wenn sie in die Weser einfahren wollen.

Der Radarturm hat eine Aussichtsplattform, die in der warmen Jahreszeit ganztägig für Besucher geöffnet ist. Von dort hat man bei gutem Wetter eine schöne Rundumsicht über Bremerhaven, wie auch oben am Bild vom Schifffahrtsmuseum zu sehen ist. Der Fahrstuhl ist toll - ruckzuck ist man oben, ohne dass man das Gefühl hat, man hätte sich bewegt. Der Eintritt kostet wenig - das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Atlantic Hotel Sail City
Fassade des Atlantic Hotels

Seit kurzem gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die Seestadt aus luftiger Höhe zu betrachten. Direkt am Deich vor dem Columbus-Center steht das Atlantic Hotel Sail City. Das 2008 fertiggestellte Vier-Sterne-Hotel bietet seinen Gästen eine unverstellbare Aussicht über die Wesermündung und das Geschehen am alten und neuen Hafen. Für den Hotelbetrieb wird nur ein Teil der Stockwerke genutzt, die anderen Etagen beherbergen Büroräume.

Atlantic Hotel
Markante Architektur: Das Atlantic Hotel Sail City entwickelt sich zum neuen Wahrzeichen Bremerhavens.
Stylistisch erinnert es an den Spinnaker eines Segelboots. Bei der Gestaltung haben sich die Architekten aber wohl auch vom Hotel Burj al Arab in Dubai inspirieren lassen, denn die Ähnlichkeit ist auffällig. Das arabische Sieben-Sterne-Hotel spielt allerdings sowohl von der Größe (321 m) als auch von der Preislage in einer anderen Liga. Es gilt als eines der luxuriösesten Hotels der Welt.

Obere Aussichtsplattform
Über eine Treppe geht es zur oberen Aussichtsplattform
Mit 140 m Höhe zur Mastspitze ist das Bremerhavener Hotel das höchste Gebäude der Stadt. In 90 m Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform, die allen Interessierten offensteht. Genau genommen sind es sogar zwei. Über einen separaten Eingang gelangt man zum Fahrstuhl, der die Besucher für einen kleinen Obulus auf die untere Aussichtsebene im 20. Stockwerk bringt. Hier ist man noch durch Scheiben halbwegs windgeschützt. Über eine Treppe gelangt man zur zweiten Ebene mit ihren ausladenden "Flügeln".

Im Gegensatz zur unteren Plattform hat man freie Sicht in alle Himmelsrichtungen. Hier oben weht allerdings selbst im Sommer eine steife Brise. Dafür entschädigt einen die tolle Aussicht über die Stadt und vor allem den Hafenbereich und die Wesermündung.


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