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Technikmuseum U-Boot „Wilhelm Bauer”Seit 1984 liegt das U-Boot „Wilhelm Bauer” im Alten Hafen Bremerhavens. Ein Förderverein konnte seinerzeit das teilausgeschlachtete Schiff vom Bund erwerben und es so vor der Verschrottung retten. Das U-Boot wurde wieder hergerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Besondere: Sie ist das einzige noch vorhandene U-Boot des Typs XXI, dem modernsten und fortschrittlichsten deutschen U-Boot des zweiten Weltkriegs. Bis zum Ende des Krieges wurden von dieser neuen Baureihe noch 123 Schiffe fertiggestellt, 119 kamen noch zum Einsatz, allerdings im Wesentlichen nur noch zur Ausbildung ihrer Mannschaft.
Dieses U-Boot hat eine bewegte Vergangenheit. Im Januar 1945 wurde es als U 2540 in Dienst gestellt – den Namen „Wilhelm Bauer” erhielt sie erst später. Am 4. Mai 1945 kurz vor Ende des Krieges wurde sie auf einer Ausbildungsfahrt in der Ostsee nach einem Angriff britischer Jagdbomber von der eigenen Mannschaft versenkt.
Nach der politischen Entscheidung, dass die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der NATO wieder (See-) Streitkräfte zur Selbstverteidigung aufstellen sollte, die auch U-Boote vorwiegend für den Einsatz in Nord- und Ostsee vorsahen, wurde für die neu zu entwickelnden kleineren U-Boote ein Versuchsträger für U-Boot-Technologien benötigt, der für diesen Zweck genug Platz bot. Im Juni 1957 wurde die U 2540 wieder gehoben und anschliessend von der Kieler HDW-Werft instandgesetzt. Dabei bekam sie unter anderem auch eine neue diesel-elektrische Maschinenanlage.
1960 wurde sie auf den Namen „Wilhelm Bauer” getauft und bei der Bundesmarine in Dienst gestellt. Namenspate war der erste deutsche U-Boot-Konstrukteur, der 1851 den „Brandtaucher” entwickelt hatte. Bis 1982 diente sie der Marine als Versuchsträger, ab 1970 mit ziviler Besatzung. Das besondere an diesem Typ im Vergleich zu den vorherigen Generationen ist nicht nur die Größe des über 76 m langen Schiffs. Eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten unter Wasser, 11.000 Seemeilen Reichweite und 220 Meter Tauchtiefe waren eine neue Leistungsklasse.
Die eigentliche Innovation aber aber war sein damals neuartiger Schnorchel, mit dem das Boot sehr viel länger unter Wasser bleiben konnte. Dadurch war das U-Boot sicherer vor der Entdeckung durch feindliche Flugzeuge und Schiffe. Der Typ XXI ist also sozusagen das erste „echte” Unterseeboot. Was sich jedoch banal anhört, ist technisch eine Herausforderung, denn auch bei Seegang darf das Boot und der Motor unter keinen Umständen „Wasser schlucken”. Im Vergleich zu den Nachfolge-Modellen der Bundeswehr beeindruckt das Schiff bei der Besichtigung durch seine Größe, auch wenn es in U-Booten natürlich immer eng ist, denn auch hier durfte kein Platz verschenkt werden. Im vorderen Bereich gibt es hinter dem Torpdoraum zwei Etagen, unten sind die Batterien für die Antriebsmotoren untergebracht, oben die Aufenthaltsräume für die Mannschaft. In der Mitte im Bereich des Turms befindet sich die Einsatzzentrale, im Heck zwei 12-Zylinder Dieselmotoren samt Generatoren, dahinter die beiden 2500 PS starken Elektro-Antriebsmotoren, von denen einer zugunsten des Besucherausgangs fehlt, und ganz hinten die Kampfschwimmerschleuse. Vor dem Hintergrund von 30.000 im zweiten Weltkrieg getöteten U-Boot-Fahrern beschleicht einen allerdings auch immer ein beklemmendes Gefühl, wenn man sich in diesen „stählernen Särgen” aufhält.
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