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Dorumer Hafen
Bei schönem Wetter zieht es viele Besucher nach Dorum, wie man rechts im Bild sieht. Was hier nicht zu erkennen ist: Das Hafenbecken fällt bei Ebbe völlig trocken.

Dorum

Krabbenkutter
Von Dorum-Neufeld aus werden regel­mäßig Kutter­fahrten angeboten
Ein Beispiel verpasster Chancen ist der Kutterhafen Dorum im Wurster Land nördlich von Bremerhaven. Er liegt im etwas außerhalb gelegenen Ortsteil Neufeld. Für sich betrachtet hät­te er alle Chancen zu einem atmosphärisch schön gelege­nen Anziehungs­punkt. Zudem hat er die Besonderheit, dass das Wasser bei Ebbe vollständig aus dem Hafen abläuft und die Schiffe dann buchstäblich auf dem Trockenen liegen.

Doch leider liegt dieses Schmuckstück in spe vollkommen ein­ge­pfercht zwischen Freibad und Camping­platz. BEIDE Anlagen versperren die Sicht auf die See und verhindern zudem einen erholsamen Rundgang entlang des Hafen­beckens zur Nord­see. Der Camping­platz ist eingezäunt, das Schwimmbad eben­falls – und seinen „Wert als Tourist” erfährt man sogleich durch ent­sprechende Verbots­schilder. Nun wissen wir, „was Sache ist”. Nichts gegen Freibäder und Zeltplätze, aber bitte­schön: Alles am richtigen Platz!

Auch auf dem extra angelegten Weg zum Leuchtturm kann man nicht viel sehen, denn er liegt zwischen zwei Wällen. Immerhin kommt man so problemlos ans Wasser.

Leuchtturm
Über eine hölzerne Brücke und ein Treppengerüst kommen Besucher bequem auf den Leuchtturm

Trotzdem wollen wir nicht nur meckern. So gibt es teilweise noch gebührenfreie Parkplätze, was in den touristisch er­schlos­senen Küstenorten eher selten ist. Vor allem aber hat der Dorumer Hafen mit dem ehemaligen Leuchtturm „Ober­ever­sand”, der im März 2003 hierher verlegt wurde, eine seltene Attraktion.

Sein Leuchtfeuer führte zwischen 1886 und 1923 die von Bremerhaven Richtung Nordsee fahrenden Schiffe zusammen mit dem kleineren Unterfeuer durch den „Wurster Arm”, der früheren Haupt­fahr­rinne der Außenweser. Nach einer Ver­legung des Fahrwassers 1923 wurde er abgeschaltet und diente in den folgenden Jahrzehnten noch als Zuflucht­stätte für Schiff­brüchige.

Leider wurde das Unter­gestell des Turms im Winter 1994/95 durch Eisgang stark beschädigt. Da eine Reparatur wegen zu hoher Kosten nicht in Frage kam, sollte er abgebaut und ver­schrot­tet werden. Um dies zu verhindern, bildete sich eine Koalition aus Förder­verein und Kommunal­politikern, um den Turm für die Nachwelt zu erhalten.

Schiffsanker
Der Anker am Hafen, der zum Erzfrachter „Barbosi” gehör­te, lässt die wahre Größe dieser Teile erkennen, die sonst eher unbedeutend wirken. Beim Einholen des Ankers nach einem Sturm im Jahr 1992 brach einer der Zacken ab und er musste ausgetauscht werden.
Durch Spenden und öffentliche Mittel konnte der Transport an den neuen Standort und eine Sanierung von Grund auf finanziert werden. Sogar eine passende Optik wurde ausfindig ge­macht und installiert. Die alte Gürtellinse war seinerzeit entfernt worden.

Seit Mai 2004 kann der Turm besichtigt wer­den. Mitglieder des Förder­vereins erläutern den Besuchern mehrmals täglich in halb­stün­digen Führungen die Innen­einrich­tung und die frühere Navigations­funktion des Turms, die Aufgaben der Leucht­turm­wärter und ihr ein­sames Leben vor rund ein­hundert Jahren. Kürz­lich bekam er einen neuen Außen­anstrich, sodass er jetzt wieder in neuem Glanz erstrahlt (sofern das möglich ist in schwarz).

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