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Leuchttürme auf den NordseeinselnWangerooge
1830 wurde der erste richtige Leuchtturm auf der Insel errichtet, ein runder 23 m hoher Steinturm. Das Leuchtfeuer bestand aus kreisförmig angeordneten Argand-Lampen (Petroleumlampen) mit Parabolspiegeln. Durch Sturmfluten 1854/55 wurde er jedoch so stark beschädigt, dass man sich entschloss, im Osten der Insel einen neuen Leuchtturm zu bauen. Der 30 m hohe Steinturm wurde 1856 in Betrieb genommen und befindet sich heute in der Mitte der Insel. So weit wanderte Wangerooge im Laufe der Zeit nach Osten. Er wurde bis 1969 genutzt, allerdings im Laufe der Zeit mehrfach modernisiert: 1878 erhielt er ein größeres Drehlinsenfeuer, 1896 eine elektrische Bogenlampe, die durch einen dampfmaschinengetriebenen Generator mit Strom versorgt wurde. 1927 wurde er um den weißen Teil von 32 auf 39 m erhöht und mit einer neuen Laterne ausgerüstet. Ende 1969 übernahm ein neuer modernerer Turm seine Aufgaben. Neuer LeuchtturmFür den Ausbau des Jade-Fahrwassers für Tanker mit großem Tiefgang wurde es notwendig, einen neuen Leuchtturm zu bauen. Der neue Turm, eine 64 m hohe Stahlbeton-Konstruktion, wurde in den Jahren 1966/67 im Rohbau fertiggestellt. Der weitere Ausbau dauerte bis zum Sommer 1969.
Er steht im Westen der Insel an einer Stelle, von der aus ein Leitfeuer in nordnordwestlicher Richtung eine Fahrrinne markiert, die zur Neuen Weser und zum Jade-Fahrwasser führt. Die Neue Weser zweigt etwa 12 km nördlich von Wangerooge von dieser Fahrrinne ab und führt in etwa östlicher Richtung auf den Leuchtturm Alte Weser zu. Etwa 2 km südlich von diesem Wendepunkt zweigt das Jade-Fahrwasser ab, das in etwa südöstlicher Richtung zum Leuchtturm Mellumplate und dann weiter nach Süden zum Jadebusen und nach Wilhelmshaven führt. Der Wangerooger Turm trägt drei Leuchtfeuer: Das Seefeuer im Turmkopf dient zur Ortung auf hoher See und besteht aus drei doppelt ausgelegten im 120 Grad Winkel angeordneten Drehoptiken, deren rotes Licht als Blitze wahrgenommen werden. Das oben genannte Leitfeuer befindet sich in ca. 24 m Höhe im großen Zwischengeschoss ebenso wie ein nach Westsüdwest gerichtetes Nebenfeuer, das zur Orientierung im Bereich einer kleineren Fahrrinne westlich der Insel dient. Neben seinen Leuchtfeuern trägt er auch noch eine Radar- und Funkpeileranlage. Er wird durch die Verkehrszentrale Wilhelmshaven ferngesteuert. Leider gibt es bislang keine Möglichkeit, ihn zu besichtigen. Helgoland
Der heutige Leuchtturm auf Helgoland wurde 1941 als Flak- Leitstand errichtet. Einen großen, 36m hohen Leuchtturm hatte die Insel damals schon. Er verrichtete seinen Dienst seit 1902. Am 18. April 1945 wurde Helgoland von einem alliierten Bombenangriff heimgesucht, durch den ein Großteil der Gebäude zerstört wurde, auch der Leuchtturm der Insel.
Im Laufe der Zeit wurde aus dem Leuchtturm eine moderne Anlage mit Blitzfeuer und den elektronischen Navigationseinrichtungen wie Richtfunk und Weitbereichsradar. Norderney
Entlang der deutschen Nordseeküste klaffte zwischen Borkum und Wangerooge bis 1874 ein langes schwarzes Loch, denn kein weiteres Leuchtfeuer hellte diesen Bereich auf. Zahlreichen Seefahrern wurde diese fehlende Orientierungsmöglichkeit zum Verhängnis. Erst am 1. Oktober 1874 wurde der 54 m hohe Leuchtturm mit einer Petroleumdochtlampe in Betrieb genommen. Die fresnelsche Drehlinsen- Optik wurde seinerzeit als Reparationszahlung für den Krieg von 1870/71 aus Frankreich geliefert. Es ist die einzige linksdrehende Optik an der deutschen Nordseeküste. 1920 wurde die zwischenzeitlich auf Petroleum-Glühlicht umgestellte Lampe durch eine elektrische Lichtquelle ersetzt und 1975 vollständig automatisiert. Wem die 253 Stufen zur Aussichtsplattform nicht zuviel sind, genießt bei gutem Wetter eine tolle Aussicht über die Norderneyer Dünen und zu den Nachbarinseln. Wer eine Ähnlichkeit des achteckigen Backstein-Bauwerks mit dem großen Borkumer Leuchtturm entdeckt, liegt nicht falsch: Letzterer wurde 1879 vom gleichen Baumeister als Ersatz für den im selben Jahr ausgebrannten alten Turm errichtet. BorkumFreunde von Leuchttürmen kommen auf Borkum wirklich auf ihre Kosten. Nicht weniger als drei davon hat Borkum seit 1817 gehabt, einer ist heute noch aktiv. Daneben gibt es noch kleinere Leuchtfeuer wie das 8m hohe Quermarkenfeuer Borkum Düne in der Nähe des kleinen Leuchtturms, das von 1928 bis 1995 in Betrieb war und die Fischerbalje. Alter Leuchtturm
Der Alte Leuchtturm wurde bereits 1576 als Landmarke ohne Leuchtfeuer errichtet. Die vier Seiten des Backsteinbaus wiesen genau in die Haupt-Himmelsrichtungen. Tagsüber konnten sich die Seefahrer an ihm orientieren, nachts war es dagegen stockdunkel und Seefahrt in Küstennähe praktisch nicht möglich. Erst 1780 erhielt Borkum eine Kohlenblüse, eine der damals üblichen Holzgestelle mit offenem Feuer. Da diese Bauart keine große Reichweite hatte, kam man auf die Idee, den vorhandenen Turm zum Leuchtturm umzubauen. Das ursprüngliche Spitzdach wurde entfernt, und auf der Plattform ein zeitgemäßes Leuchtfeuer aus 27 kreisförmig angeordneten Petroleumlampen mit Parabolspiegeln installiert. 1817 wurde er in Betrieb genommen. 1857 wurde die Laterne gegen eine neue mit fresnelscher Gürtellinse ausgetauscht. Im März 1879 entstand aufgrund eines schadhaften Ofenrohrs in der Wärterstube ein Feuer und der Turm brannte aus. Er blieb zwar stehen, konnte jedoch nicht mehr als Leuchtturm weitergenutzt werden. Großer Leuchtturm
Ein neuer 60 m hoher Turm war schon für spätere Zeiten geplant, doch nun musste alles schnell gehen. In der Rekordzeit von nur fünf Monaten wurde er hochgezogen. Zum Transport des Baumaterials wurde die heute noch vorhandene Bahnstrecke vom Hafen bis in den Ort für eine Pferdebahn angelegt. Wer heute mit der Inselbahn fährt merkt schnell, dass die Strecke in die Jahre gekommen ist. Die Gefahr, seekrank zu werden, ist in der Bahn fast größer als auf dem Schiff. Das Leuchtfeuer hatte zunächst eine Petroleumdochtlampe und ab 1908 Petroleumglühlicht. 1925 wurde er auf elektrisches Licht umgestellt.
Die Optik ist eine Drehlinsenkonstruktion, die drei kreisende Strahlenpaare erzeugt, die von den Schiffsbesatzungen als Lichtblitze wahrgenommen werden. 17 m unterhalb des großen Leuchtfeuers befindet sich in einem Fenster noch ein Quermarkenfeuer für den Kurswechsel von der Westerems ins Randzelgat (das Fahrwasser, das in die Ems führt). In der Zeit von 1960 bis 1982 brannte hier ein Leitfeuer für die Westerems. Der für diesen Zweck angebaute Erker hieß später im Volksmund „Blumenfenster”. 2003 wurde er wieder abgebaut, sodass sich hier nur noch ein sehr kleines Fenster befindet. Seit 1977 wird das Leuchtfeuer von der Verkehrszentrale in Knock ferngesteuert. Zwei bis dreimal am Tag kann man den Leuchtturm besichtigen. Wer die 315 Stufen bis zur Aussichtsplattform geschafft hat, kann die Aussicht über die Insel bis zu den Nachbarinseln genießen und sich „vom Winde verwehen” lassen. Kleiner Leuchtturm
Westlich von Borkum verlaufen zwei Fahrrinnen: Die nördliche Westerems und südlich davon, durch eine Sandbank getrennt, das Hubertgat. Um die Schifffahrt durch diese Fahrrinnen in Richtung Ems zu leiten wurde 1888/1889 der kleine Leuchtturm im Südwesten der Insel gebaut. Er ist 28 m hoch und besteht aus verschraubten Gusseisensegmenten.
Neben dem Leuchtturm entstand eine Funkstation (Marconi-Station) zur Verbindung mit dem Feuerschiff Borkum Riff, mit der ab Mai 1900 ankommende Schiffe per Funktelegrafie gemeldet wurden. Es war der erste regelmäßige amtliche Funkdienst der Welt. Bis 1960 war der Kleine Leuchtturm Leitfeuer für beide Fahrrinnen. In dem Jahr musste das Leitfeuer für die Westerems aufgrund von Fahrwasserveränderungen in den großen Leuchtturm verlegt werden. Das Leitfeuer für das Hubertgat verblieb im kleinen Leuchtturm. 1966 erhielt er eine Radaranlage, die das frühere Kuppeldachs ersetzte. Bis zum Jahr 2003 hatte sich eine Sandbank so weit in das Ende des Hubertgats geschoben, dass es als Schifffahrtsweg nicht weiter genutzt werden konnte. Deshalb musste auch das Leitfeuer für das Hubertgat abgeschaltet werden. Heute ist der kleine Leuchtturm nur noch als Radarturm weiter in Betrieb. |