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Leuchttürme auf den Nordseeinseln

Wangerooge

  Alter Leuchtturm  
 
Der alte Wangerooger Leuchtturm war von 1856 bis 1969 in Betrieb. Er steht im Ort in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Heute wird er als Inselmuseum und Aussichtsturm genutzt.
 

Westturm
Der Vorgänger des heutigen Westturms diente im 17. Jahrhundert für kurze Zeit auch als Leuchtturm. 1914 wurde er aus militärstrategischen Gründen gesprengt. Der 1934 nach altem Vor­bild neu gebaute Westturm ist heute eine Jugendherberge.
Wangerooge erhielt als erste der ostfriesischen Inseln ein Leuchtfeuer. Auf der Turmspitze des 1602 fertiggestellten Wehrturms (alter Westturm) wurde 1624 ein Leuchtfeuer installiert, das allerdings so schwach war, dass es 1630 durch eine Kohlenblüse in den Dünen ersetzt wurde. Bis 1830 gab es auf Wangerooge fünf dieser offenen Kohlenfeuer, teils als Holzgestell, teils als Steinturm ausgeführt.

1830 wurde der erste richtige Leuchtturm auf der Insel errich­tet, ein runder 23 m hoher Steinturm. Das Leuchtfeuer be­stand aus kreisförmig angeordneten Argand-Lampen (Petro­leum­lampen) mit Parabol­spiegeln. Durch Sturmfluten 1854/55 wurde er jedoch so stark beschädigt, dass man sich ent­schloss, im Osten der Insel einen neuen Leuchtturm zu bauen. Der 30 m hohe Steinturm wurde 1856 in Betrieb genom­men und befindet sich heute in der Mitte der Insel. So weit wan­derte Wangerooge im Laufe der Zeit nach Osten. Er wurde bis 1969 genutzt, allerdings im Laufe der Zeit mehrfach moderni­siert: 1878 erhielt er ein größeres Drehlinsenfeuer, 1896 eine elektrische Bogenlampe, die durch einen dampfmaschinen­getriebenen Generator mit Strom versorgt wurde. 1927 wurde er um den weißen Teil von 32 auf 39 m erhöht und mit einer neuen Laterne ausgerüstet. Ende 1969 übernahm ein neuer modernerer Turm seine Aufgaben.

Neuer Leuchtturm

Für den Ausbau des Jade-Fahrwassers für Tanker mit großem Tiefgang wurde es notwendig, einen neuen Leuchtturm zu bauen. Der neue Turm, eine 64 m hohe Stahlbeton-Konstruktion, wurde in den Jahren 1966/67 im Rohbau fertiggestellt. Der weitere Ausbau dauerte bis zum Sommer 1969.

Neuer Leuchtturm
Ersetzte ab November 1969 den alten Turm: Der neue 64 m hohe Leuchtturm im Westen der Insel.
Neuer Turm nachts
Der neue Leuchtturm nachts in Betrieb. Aus diesem Blick­winkel kann man das Leitfeuer bzw. das Nebenfeuer im Zwischengeschoss leider nicht sehen.

Er steht im Westen der Insel an einer Stelle, von der aus ein Leitfeuer in nordnordwest­licher Richtung eine Fahrrinne markiert, die zur Neuen Weser und zum Jade-Fahr­wasser führt. Die Neue Weser zweigt etwa 12 km nördlich von Wangerooge von dieser Fahr­rinne ab und führt in etwa östlicher Richtung auf den Leucht­turm Alte Weser zu. Etwa 2 km südlich von diesem Wendepunkt zweigt das Jade-Fahr­wasser ab, das in etwa südöst­licher Richtung zum Leucht­turm Mellumplate und dann weiter nach Süden zum Jadebusen und nach Wil­helms­haven führt.

Der Wangerooger Turm trägt drei Leuchtfeuer: Das Seefeuer im Turmkopf dient zur Ortung auf hoher See und besteht aus drei doppelt ausge­legten im 120 Grad Winkel angeord­neten Dreh­optiken, deren rotes Licht als Blitze wahrge­nommen werden. Das oben genannte Leit­feuer befindet sich in ca. 24 m Höhe im großen Zwi­schen­geschoss ebenso wie ein nach West­süd­west gerichtetes Neben­feuer, das zur Orien­tie­rung im Bereich einer kleineren Fahr­rinne west­lich der Insel dient.

Neben seinen Leuchtfeuern trägt er auch noch eine Radar- und Funkpeileranlage. Er wird durch die Verkehrszentrale Wilhelmshaven fern­ge­steuert. Leider gibt es bislang keine Mög­lich­keit, ihn zu besichtigen.

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Helgoland

LT Helgoland
Angesichts der vielen Antennen scheint das Leuchtfeuer nur noch Nebensache zu sein.

Der heutige Leuchtturm auf Helgoland wurde 1941 als Flak- Leitstand errichtet. Einen großen, 36m hohen Leuchtturm hatte die Insel damals schon. Er verrichtete seinen Dienst seit 1902. Am 18. April 1945 wurde Helgoland von einem alliierten Bombenangriff heimgesucht, durch den ein Großteil der Gebäude zerstört wurde, auch der Leuchtturm der Insel.
Kurz nach der Freigabe durch die Engländer und der Wieder­besiedlung Helgolands im Jahr 1952 wurde auf dem alten Flak-Leitstand ein Leuchtfeuer montiert. Er hatte nicht nur den Luftangriff, sondern auch die größte nicht-nukleare Sprengung der Geschichte, den „Big-Bang” überstanden, mit der die Briten am 18. April 1947 die militärischen Anlagen der Insel zerstören wollten. Die Vernichtung der gesamten Insel hätte man dabei durchaus in Kauf genommen.

Of Helgoland Düne
Wenn wir mal länger auf Helgoland sind, machen wir ein Foto aus der Nähe: Das 15 m hohe, 1936 erbaute Ober­feuer Düne auf Helgolands Badeinsel.






Im Laufe der Zeit wurde aus dem Leuchtturm eine moderne Anlage mit Blitzfeuer und den elektronischen Navigationseinrichtungen wie Richtfunk und Weitbereichsradar.
Er ist im Verkehrssicherungssystem Deutsche Bucht die zentrale Anlaufstation für die Schiffe, die weiter in Richtung Elbe oder Weser fahren wollen.

Norderney

Leuchtturm Norderney
Auf diesem Bild vom Sommer 2005 ist der Turm einge­rüstet, weil das Mauerwerk saniert werden musste.

Entlang der deutschen Nordseeküste klaffte zwischen Borkum und Wangerooge bis 1874 ein langes schwarzes Loch, denn kein weiteres Leuchtfeuer hellte diesen Bereich auf. Zahlrei­chen Seefahrern wurde diese fehlende Orien­tierungs­möglichkeit zum Verhängnis.

Erst am 1. Oktober 1874 wurde der 54 m hohe Leuchtturm mit einer Petroleumdochtlampe in Betrieb genommen. Die fresnelsche Drehlinsen- Optik wurde seinerzeit als Reparationszahlung für den Krieg von 1870/71 aus Frankreich gelie­fert. Es ist die einzige linksdrehende Optik an der deutschen Nordseeküste. 1920 wurde die zwischenzeitlich auf Petroleum-Glühlicht umge­stellte Lampe durch eine elektrische Lichtquelle ersetzt und 1975 vollständig automatisiert. Wem die 253 Stufen zur Aussichtsplattform nicht zuviel sind, genießt bei gutem Wetter eine tolle Aussicht über die Norderneyer Dünen und zu den Nachbarinseln.

Wer eine Ähnlichkeit des achteckigen Backstein-Bauwerks mit dem großen Borkumer Leuchtturm entdeckt, liegt nicht falsch: Letzterer wurde 1879 vom gleichen Baumeister als Ersatz für den im selben Jahr ausgebrannten alten Turm errichtet.

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Borkum

Freunde von Leuchttürmen kommen auf Borkum wirklich auf ihre Kosten. Nicht weniger als drei davon hat Borkum seit 1817 gehabt, einer ist heute noch aktiv. Daneben gibt es noch kleinere Leuchtfeuer wie das 8m hohe Quermarkenfeuer Borkum Düne in der Nähe des kleinen Leucht­turms, das von 1928 bis 1995 in Betrieb war und die Fischerbalje.

Alter Leuchtturm
Alter Leuchtturm
Im 19. Jahrhundert Leuchtturm, heute nur noch Aussichtsplattform – der alte Leuchtturm auf Borkum

Der Alte Leuchtturm wurde bereits 1576 als Landmarke ohne Leuchtfeuer errichtet. Die vier Seiten des Backsteinbaus wie­sen genau in die Haupt-Himmelsrichtungen. Tagsüber konn­ten sich die Seefahrer an ihm orientieren, nachts war es dagegen stockdunkel und Seefahrt in Küstennähe praktisch nicht möglich. Erst 1780 erhielt Borkum eine Kohlenblüse, eine der damals üblichen Holzgestelle mit offenem Feuer.

Da diese Bauart keine große Reichweite hatte, kam man auf die Idee, den vorhandenen Turm zum Leuchtturm umzubauen. Das ursprüngliche Spitzdach wurde entfernt, und auf der Plattform ein zeitgemäßes Leuchtfeuer aus 27 kreisförmig angeordneten Petroleumlampen mit Parabolspiegeln installiert. 1817 wurde er in Betrieb genommen. 1857 wurde die Laterne gegen eine neue mit fresnelscher Gürtellinse ausgetauscht.

Im März 1879 entstand aufgrund eines schadhaften Ofenrohrs in der Wärterstube ein Feuer und der Turm brannte aus. Er blieb zwar stehen, konnte jedoch nicht mehr als Leuchtturm weitergenutzt werden.

Großer Leuchtturm
Großer Leuchtturm
Der neue Leuchtturm heißt offiziell Großer Leuchtturm – neu ist er ja auch wirklich nicht mehr.

Ein neuer 60 m hoher Turm war schon für spätere Zeiten geplant, doch nun musste alles schnell gehen. In der Rekord­zeit von nur fünf Monaten wurde er hochgezogen. Zum Trans­port des Baumaterials wurde die heute noch vorhandene Bahn­strecke vom Hafen bis in den Ort für eine Pferde­bahn angelegt. Wer heute mit der Inselbahn fährt merkt schnell, dass die Strecke in die Jahre gekommen ist. Die Gefahr, see­krank zu werden, ist in der Bahn fast größer als auf dem Schiff.

Das Leuchtfeuer hatte zunächst eine Petroleum­dochtlampe und ab 1908 Petroleum­glühlicht. 1925 wurde er auf elektri­sches Licht umgestellt.

Richtf. Westerems
Das ehemalige Leitfeuer Westerems kann man heute im Heimatmuseum besichtigen. Die automatische Lampen­wechsel­vorrichtung ist hier gut zu erkennen.

Die Optik ist eine Drehlinsen­konstruktion, die drei krei­sen­de Strahlen­paare erzeugt, die von den Schiffs­besatzun­gen als Licht­blitze wahrge­nom­men werden.


17 m unterhalb des großen Leuchtfeuers befindet sich in einem Fenster noch ein Quermarkenfeuer für den Kurswechsel von der Westerems ins Randzelgat (das Fahrwasser, das in die Ems führt). In der Zeit von 1960 bis 1982 brannte hier ein Leit­feuer für die Westerems. Der für diesen Zweck angebaute Erker hieß später im Volksmund „Blumenfenster”. 2003 wurde er wieder abgebaut, sodass sich hier nur noch ein sehr kleines Fenster befindet. Seit 1977 wird das Leuchtfeuer von der Verkehrs­zentrale in Knock ferngesteuert.

Zwei bis dreimal am Tag kann man den Leuchtturm besichtigen. Wer die 315 Stufen bis zur Aussichts­plattform geschafft hat, kann die Aussicht über die Insel bis zu den Nachbarinseln genießen und sich „vom Winde verwehen” lassen.

Kleiner Leuchtturm
Kleiner Leuchtturm
Der Gusseiserne: 2003 wurde der kleine Leuchtturm nach über 100 Jah­ren Einsatz abgeschaltet.

Westlich von Borkum verlaufen zwei Fahrrinnen: Die nördliche Westerems und südlich davon, durch eine Sandbank getrennt, das Hubertgat. Um die Schifffahrt durch diese Fahrrinnen in Richtung Ems zu leiten wurde 1888/1889 der kleine Leucht­turm im Südwesten der Insel gebaut. Er ist 28 m hoch und besteht aus verschraubten Gusseisensegmenten.
Von Anfang an war er mit einem elektrischem Leuchtfeuer ausgestattet, einer Kohlenbogenlampe, weshalb er im Volks­mund „Der Elektrische” hieß. Zur Strom­erzeugung gab es ein eigenes Maschinen­haus, anfangs mit zwei Dampf­maschinen mit je 19 PS - das erste E-Werk auf Borkum. Leucht­feuer und Energie­erzeugung wurden später immer wieder modernisiert.

Fischerbalje
Die 16 m hohe Leuchtbake „Fischerbalje” begrüßt die Bor­kumer Urlaubsgäste kurz vor der Einfahrt zum Hafen.

Neben dem Leuchtturm entstand eine Funkstation (Marconi-Sta­tion) zur Verbindung mit dem Feuerschiff Borkum Riff, mit der ab Mai 1900 ankommende Schiffe per Funk­tele­grafie gemeldet wurden. Es war der erste regelmäßige amtliche Funkdienst der Welt.

Bis 1960 war der Kleine Leuchtturm Leitfeuer für beide Fahrrinnen. In dem Jahr musste das Leitfeuer für die Westerems aufgrund von Fahrwasserveränderungen in den großen Leuchtturm verlegt wer­den. Das Leitfeuer für das Hubertgat verblieb im kleinen Leucht­turm. 1966 erhielt er eine Radar­anlage, die das frühere Kuppel­dachs ersetzte.

Bis zum Jahr 2003 hatte sich eine Sandbank so weit in das Ende des Hubertgats geschoben, dass es als Schifffahrtsweg nicht weiter genutzt werden konnte. Deshalb musste auch das Leitfeuer für das Hubertgat abgeschaltet werden. Heute ist der kleine Leuchtturm nur noch als Radarturm weiter in Betrieb.