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KlönschnackDie Kohl-Frageoder der ewige Streit zwischen Bremern und OldenburgernEIGENTLICH würde die Verfasserin dieser Zeilen lieber etwas über das Bremer Nationalgericht „Braunkohl und Pinkel” schreiben. Doch dann gäbe es mächtigen Ärger mit dem Co-Autoren dieser Website, einem NICHT-Hanseaten und gebürtigen Oldenburger. Denn die Oldenburger – und das sollte man sich besser nicht auf der kulinarisch-gepflegten Zunge zergehen lassen – sind doch tatsächlich der Meinung, dass es IHR Nationalgericht sei, welches SIE erfunden hätten. Sie behaupten sogar, dass es gar nicht BRAUN- sondern GRÜNkohl heißt, zzzzz …
Es ist also am besten, Sie hören gar nicht hin, wenn ein Oldenburger Ihnen Seemannsgarn in Form von GRÜNkohl auftischen will. Die Oldenburger sind nämlich der lächerlichen Ansicht, dass sich die Bezeichnung BRAUNkohl nur mit der Vererbungskrankheit „Farbenblindheit” erklären lässt – schließlich sei der Kohl „grün” und nicht „braun”. Ja, ja – da haben sie wohl wieder nicht nachgedacht, die Oldenburger, diese Schlingel. Denn: Erst einmal kennen wir Bremer den Kohl schon viel länger, denn die früher angebauten Kohlsorten waren eben „braun” – zudem fehlt ihnen die Wahrnehmung einer natürlichen Farbveränderung während des Kochvorgangs, der auch durch die Beigabe der Pinkel(wurst) verursacht wird. Ansonsten gehören zu einem deftigen Kohlessen – neben der Hauptzutat KOHL (wie auch immer gefärbt) – Kasseler, Pinkel (einer besonderen Grützwurst), Kochwurst, Speck und Kartoffeln. Ein MUSS ist das Abschmecken des Essens mit der richtigen Menge Piment. Aber weil nun mal – und das will ich hier gerne betonen, die Oldenburger und Bremer jeweils „ihren Kohl” fast abgöttisch lieben, veranstalten beide jedes Jahr mit viel Aufwand und Freude die sogenannten „Kohlfahrten”. Da wird vorher eine gute und meistens ländlich gelegene Kohlkneipe ausgesucht, die dann aber keinesfalls auf direktem Wege, sondern erst durch einen langen und „harten” Fußmarsch in bunter Gesellschaft aus Freunden, Bekannten und/oder Kollegen angesteuert werden darf. Schließlich muss man sich das gute Essen erst „verdienen” und sich „hungrig laufen”. Das Ganze ist eine fröhliche Angelegenheit, unterstützt von dem einen oder anderen alkoholischen Getränk, die man den sonst als eher stur geltenden Norddeutschen nicht so ohne Weiteres zutraut. Und hier kommen sie dann doch wieder zusammen, die Bremer und die Oldenburger. Beim Feiern und beim Kohlessen – dieser einzigartigen Liebe zu einem Gericht, die sich anderen Menschen nicht immer sofort erschließt und der gegenseitigen Erkenntnis, dass das „Epizentrum des Kohls” nun mal in Bremen und Oldenburg liegt – und nirgendwo sonst auf der Welt! Friesengeist
Der Friesengeist ist nämlich ein besonders hochprozentiger Schnaps, den man in gemütlicher Runde brennend serviert. Zu diesem friesischen Ritual gehören kleine Pfännchen, mit denen die Flammen anschließend gelöscht werden. Doch kein Friesengeist ohne nette Geschichten oder „Spökenkiekerei”. Darum gibt's dazu auch diesen netten Trinkspruch: Wie Irrlicht im Moor flackert's empor. Also: Wohl bekomm's! Wie kommen eigentlich die Irrlichter in den Trinkspruch? Dazu muss man sich die Weiten Frieslands vorstellen. Und manchmal scheint der Blick noch viel weiter zu reichen, als bis zum Horizont. Hier an der Nordsee kann sich der Wind, der Sturm, das Wetter einfach ungehindert austoben. So etwas prägt. Das Land prägt die Menschen, beinflusst ihre Sitten und Gebräuche. Und gerade in der ungemütlichen Herbstzeit rückt man im Friesischen besonders gern zusammen – und wärmt sich auf, bei Friesengeist zum Beispiel – oder bei Teepunsch. Irrlichter sind jedenfalls kleine Lichter bzw. Flämmchen, die durch Selbstentzündung von Gasen, die aus dem Erdreich aufsteigen, entstehen und nur wenige Sekunden lang über dem Boden zu sehen sind. Wir wissen auch nicht genau, ob es die Irrlichter in Norddeutschland häufiger gibt oder gab als anderswo. Tatsache ist aber, dass sie vor allem in moorig-sumpfigen Gebieten vorkommen – außerdem kann man sie hier in jedem Fall besser sehen. Die Menschen haben in den Irrlichtern immer mehr gesehen als ein physikalisch-chemisches Phänomen. Sie hielten sie für arme Seelen von Unholden, Selbstmördern oder ungetauften Kindern. Sie sollten den ehrlichen Menschen auf den richtigen Weg führen und dem Unfreundlichen Krankheit und Tod bringen. Der Fortschritt kommt nach OldenburgDie Eröffnung der Bahnstrecke von Bremen nach Oldenburg 1867 aus Bremer Sicht Am 14. Juli 1867 wurde die Bahnstrecke von Bremen über Oldenburg nach Heppens (heute Wilhelmshaven) feierlich eröffnet und die „Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn” (GOE – Spötter übersetzten das mit „Ganz ohne Eile”) nahm den Verkehr auf. Oldenburg folgte damit nicht nur (etwas spät) dem Zug der Zeit, sondern erfüllte auch eine Verpflichtung aus dem Staatsvertrag mit Preußen vom 20. Juli 1853 über die Abtretung von Land für einen Marinehafen. Bremen hatte schon längst eine Bahnanbindung und so wurde die Weiterführung der Strecke ins benachbarte Oldenburg (das deutsche Reich gab es ja noch nicht) etwas mitleidig nach dem Motto „Wird ja auch langsam Zeit” verfolgt. Davon zeugt der Bericht über die Eröffnung der Bahnlinie in der Bremer 'Weser-Zeitung'. Fluch der Karibik vor Langeoog
Altes Friesenwort
PlattdeutschDie plattdeutsche Sprache gehört zu Norddeutschland, wie „der Wind, die Wellen und das Meer”. Aber: Es ist eine Sprache und kein Dialekt. Übrigens wurde sie früher überall im Norden gesprochen – das Hochdeutsche kam erst später hinzu und musste mühsam erlernt werden. Irgendwann war es dann so, dass nur noch die Erwachsenen untereinander „platt schnackten” und mit den Kindern hochdeutsch sprachen, aus Sorge um spätere Schulprobleme ihres Nachwuchses. Diese Angst war jedoch vollkommen unbegründet, wie man heute weiß: Menschen, die zweisprachig groß wurden, können beides gleichermaßen gut. Leider war und ist durch dieses Verhalten der Fortbestand des Plattdeutschen gefährdet. Mittlerweile gibt es aber ein Umdenken, quasi eine Umkehr „zurück zu den Wurzeln”, und so manche Unterrichtsstunde – gerade in ländlichen Gegenden – wird heutzutage wieder „in Platt gehalten”. Na, wenn das „Schule macht” , gibt es ja doch noch Hoffnung! Ein Berliner über plattdeutsch
Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller Wo die NordseewellenFriesenliedText Müller-Grählert und Fischer-Friesenhausen Wo de Nordseewellen trecken an den Strand, Well'n un Wogen ruschen weern min Weegenleed, Wohl hett mi dat Lewen all min Lengen stillt, Heimweh nach min schöne, gröne Marschenland, Das obige Lied ist wohl eines der bekanntesten plattdeutschen Lieder überhaupt. Die Melodie kennt man sicher auch in den "südlichen Gefilden der Republik" – wenngleich der Text aber für Verständnisprobleme sorgen dürfte. Es geht schlicht um das Gefühl nagenden "Heimwehs", welches so manchen befällt, den es aus beruflichen oder privaten Gründen in eine ganz andere Gegend verschlägt.
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