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Hart am Wind

Eindrücke von der Fedderwardersieler Kutterregatta 2005
Hafenszenerie

Volksfeststimmung am Fedderwardersieler Kutterhafen

Ursprünglich wollten wir gar nicht fahren: Eine Kutterregatta bei strömenden Regen? Würde das Spaß machen? Na, und die Kameras könnten wir sowieso gleich zu Hause lassen! Und überhaupt – Wasser von UNTEN ist ja in Ordnung, eine Handbreit unterm Kiel muss schließlich sein … mindestens – aber wenn sich auch noch von OBEN alle Schleusen gleichzeitig öffnen, vergisst man das Ganze besser gleich wieder.

Zwei Kutter

An diesem Tag geht alles ein wenig schneller

Aber wir hatten es weder sofort noch später vergessen – sondern warteten optimistisch auf ein paar Mut machende Sonnenstrahlen. Und als diese dann tatsächlich durchkamen, hielt uns nichts mehr. Also schnell ins Auto und losgedüst. Wir kamen am späten Mittag in Fedderwardersiel an. Der Hafen glich einem Volksfest, und überall roch es nach Schmalz­kuchen und Fisch, nach gebrannten Mandeln und Fisch, nach Gebäck und Fisch, nach Back­fisch und Fisch … gut, dies sollte als kurze Einfüh­rung genügen. Kurzum: Man war direkt an der Waterkant, keine Frage!

Inzwischen hatten wir das schönste Wetter zum Foto­grafieren: Der starke Wind hatte den Regen netter­weise vertrieben. Übrig blieben hübsche weiße Quell­wolken, die mit einer ordent­lichen Geschwin­digkeit über uns hin­weg­fegten und so die passende Kulisse für unsere Regatta boten.

Kutter Christine

Mit zwei Sekunden Vorsprung Gewinner des Blauen Bandes: Fischer Harry Thaden mit Kutter „Christine”.

Kutter Edelweiss

Wie kommt ein norddeutscher Fischer auf den Schiffsnamen „Edelweiss”?

Kutter Bianca

Rückenwind durch Ferrari-Flagge: Der „Schumi vom Siel” (Nordwest-Zeitung vom 8.8.2005), Fischer Dirk Schmidt, gewann in den Vorjahren mit dem Holzkutter „Bianca” fünfmal das Blaue Band. Diesmal blieb nur Platz 4.

Auch hier drehte sich alles um Schnelligkeit – schließlich wollte jeder der Erste sein. Die Kutterkapitäne lieferten sich ein spannendes Rennen und schenkten sich nichts. Beein­druckend, wie die Krabben­kutter vor dem Einlaufen in den Hafen hart Steuer­bord gin­gen. Sie tauchten dabei tief längs­seits ein, nur um anschließend hecklastig „weiter­zu­rasen”.

Letzteres lag wohl an den mitfahrenden Touristen, die sich den Regatta-Spaß in Fedderwardersiel natürlich nicht entgehen lassen wollten! Bis dato war auch für mich Schnelligkeit = Krabbenkutter ein unauflös­barer sprach­licher Wider­spruch. Wie man sich irren kann, man lernt eben nie aus!

Erwähnenswert wäre noch die Optik der „Arbeitsgeräte” – denn was anderes sind diese Schiffe im Alltag schließlich nicht. Umso mehr erahnt man die viele Arbeit, die das prächtige Herausputzen der Kutter gemacht haben muss. ALLE Boote waren eine reine Augenweide: Mit vielen Fähnchen bunt ge­schmückt, farbenfrisch und sogar „geruchs­neutral” – so präsen­tierten sich die Krabben­kutter auf diesem Volksfest!

Kutter Rubin

Knapp geschlagen: Vorjahressieger Manfred Wefer erreichte mit seinem Kutter „Rubin” den zweiten Platz.

Kutter Orion

Raumschiff „Orion” im Anflug.

Kutter Apollo

Fischer Michael Peters hat seinen Kutter tiefergelegt. Das brachte dem Gast aus Wremen den dritten Platz. Die Stütz­segel sorgen übrigens nicht für ökono­mischen Antrieb, sondern verbessern die Kurs­stabi­lität bei starkem Wind.

Später sind wir noch Essen gegangen und hatten einen tollen Panoramablick auf die Außenweser: Wir sahen von hier das bunte Regattatreiben, dann am Horizont das Container-Terminal in Bremerhaven und als roten Fleck in weiter Ferne den schönen Leuchtturm Robbenplate.

Modellschiff-Becken

Früh übt sich, was ein guter Kapitän werden will: Die kleinen Besucher können schon mal am Modellbecken trainieren.


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