
An diesem Tag geht alles ein wenig schneller
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Aber wir hatten es weder sofort noch später vergessen – sondern warteten optimistisch auf ein paar Mut machende Sonnenstrahlen. Und als diese dann tatsächlich durchkamen, hielt uns nichts mehr. Also schnell ins Auto und losgedüst. Wir kamen am späten Mittag in Fedderwardersiel an. Der Hafen glich einem Volksfest, und überall roch es nach Schmalzkuchen und Fisch, nach gebrannten Mandeln und Fisch, nach Gebäck und Fisch, nach Backfisch und Fisch … gut, dies sollte als kurze Einführung genügen. Kurzum: Man war direkt an der Waterkant, keine Frage!
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Inzwischen hatten wir das schönste Wetter zum Fotografieren: Der starke Wind hatte den Regen netterweise vertrieben. Übrig blieben hübsche weiße Quellwolken, die mit einer ordentlichen Geschwindigkeit über uns hinwegfegten und so die passende Kulisse für unsere Regatta boten.

Mit zwei Sekunden Vorsprung Gewinner des Blauen Bandes: Fischer Harry Thaden mit Kutter „Christine”.  Wie kommt ein norddeutscher Fischer auf den Schiffsnamen „Edelweiss”? |

Rückenwind durch Ferrari-Flagge: Der „Schumi vom Siel” (Nordwest-Zeitung vom 8.8.2005), Fischer Dirk Schmidt, gewann in den Vorjahren mit dem Holzkutter „Bianca” fünfmal das Blaue Band. Diesmal blieb nur Platz 4. Auch hier drehte sich alles um Schnelligkeit – schließlich wollte jeder der Erste sein. Die Kutterkapitäne lieferten sich ein spannendes Rennen und schenkten sich nichts. Beeindruckend, wie die Krabbenkutter vor dem Einlaufen in den Hafen hart Steuerbord gingen. Sie tauchten dabei tief längsseits ein, nur um anschließend hecklastig „weiterzurasen”.
Letzteres lag wohl an den mitfahrenden Touristen, die sich den Regatta-Spaß in Fedderwardersiel natürlich nicht entgehen lassen wollten! Bis dato war auch für mich Schnelligkeit = Krabbenkutter ein unauflösbarer sprachlicher Widerspruch. Wie man sich irren kann, man lernt eben nie aus! |
Erwähnenswert wäre noch die Optik der „Arbeitsgeräte” – denn was anderes sind diese Schiffe im Alltag schließlich nicht. Umso mehr erahnt man die viele Arbeit, die das prächtige Herausputzen der Kutter gemacht haben muss. ALLE Boote waren eine reine Augenweide: Mit vielen Fähnchen bunt geschmückt, farbenfrisch und sogar „geruchsneutral” – so präsentierten sich die Krabbenkutter auf diesem Volksfest!

Knapp geschlagen: Vorjahressieger Manfred Wefer erreichte mit seinem Kutter „Rubin” den zweiten Platz. 
Raumschiff „Orion” im Anflug. |

Fischer Michael Peters hat seinen Kutter tiefergelegt. Das brachte dem Gast aus Wremen den dritten Platz. Die Stützsegel sorgen übrigens nicht für ökonomischen Antrieb, sondern verbessern die Kursstabilität bei starkem Wind.
Später sind wir noch Essen gegangen und hatten einen tollen Panoramablick auf die Außenweser: Wir sahen von hier das bunte Regattatreiben, dann am Horizont das Container-Terminal in Bremerhaven und als roten Fleck in weiter Ferne den schönen Leuchtturm Robbenplate.

Früh übt sich, was ein guter Kapitän werden will: Die kleinen Besucher können schon mal am Modellbecken trainieren. |