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Leuchttürme in Bremerhaven
Dem großen Übersee- und Fischereihafen sowie der Biegung, die die Weser bei Bremerhaven macht, hat die Stadt eine beträchtliche Sammlung an Leuchttürmen zu verdanken. Sie leiten die Schifffahrt zu den Häfen an der Unterweser, also nicht nur nach Bremerhaven, sondern auch nach Nordenham, Brake und vor allem Bremen. Der nördlichste Turm steht südlich der Einfahrt zur Kaiserschleuse, die zum Kaiserhafen und Verbindungshafen führt. Es ist der im Jahr 1900 gebaute, 15 m hohe „Klingelturm” oder „Pingelturm”, wie die Bremerhavener sagen. Offiziell heißt er nach seinem Standort „Kaiserschleuse Ostfeuer”. Seine Architektur ist sehr reizvoll, er sieht richtig knuffig aus. Mit seiner außen angebrachten Nebelglocke ist er ein richtiges Unikum. Sie ist im übrigen bei Nebel immer noch in Betrieb, wenngleich wohl eher aus nostalgischen Gründen. Der Leuchtturm ist in seiner ganzen Erscheinung einfach unverwechselbar, darum steht er auf unserer persönlichen „Favoritenskala” auch ganz weit oben. Übrigens: Die Liebe der Bremerhavener zu „ihrem” Turm erschließt sich dem Betrachter nicht unbedingt auf den allerersten Blick. So sahen wir sie im Sommer sonnenbadend in seinem Schatten liegen, was auf uns durch diese zweckentfremdete Verwendung ein wenig „respektlos” wirkte. Aber sollte seine Nebelglocke irgendwann verstummen – er wird immer der „Pingelturm” bleiben. Und er wird gebraucht – so oder so.
Etwas weiter südlich am Neuen Hafen steht ein Bauwerk, das man wohl eher für eine Kirche halten würde, wäre oben nicht ein starkes Leuchtfeuer angebracht. Der 1855 in norddeutscher Backsteingotik erbaute Große Leuchtturm, nach seinem Architekten auch „Loschenturm” genannt, dürfte kaum vergleichbare Gegenstücke in Deutschland haben. Er wurde erst 1942 auf elektrische Beleuchtung umgestellt und ist heute noch als „Oberfeuer Bremerhaven” in Betrieb.
Ein Stück davon entfernt zwischen Weser und dem „Zoo am Meer” steht ein weiterer Leuchtturm, nämlich das Unterfeuer Bremerhaven. Er wird wegen seiner Form im Volksmund aber auch „Zwiebelturm” oder „Minarett” genannt. Der Turm wurde 1992 um 56 m an seinen jetzigen Ort versetzt. Ober- und Unterfeuer bilden zusammen die Richtfeuerlinie Bremerhaven. Sie markiert für einen kurzen Streckenabschnitt der Weser das Fahrwasser für den stromabwärts fahrenden Verkehr. Vergleicht man den glatt und relativ nüchtern wirkenden „Zwiebelturm” mit dem Großen Leuchtturm, dann denkt man fast unweigerlich an einen Zweckbau der 60er Jahre. „Die haben es sich ja ganz schön einfach gemacht”, denkt man. Kaum zu glauben, dass der „Kleine” (26 m hoch) nur wenig jünger ist als der Große (39 m Höhe), nämlich aus dem Jahr 1893.
Na ja, heute ist es sehr heiß und ich habe keine Lust, mich zu streiten und außerdem habe ich ohnehin mein Bild im Kasten, also gehe ich. Meine Frau kriegt fast einen Lachanfall, als ich ihr den Vorfall erzähle. Wir gehen jetzt erst mal Eis essen.
Außer dem grünen Südmolenfeuer gibt es in unmittelbarer Nähe noch zwei weitere Leuchttürme. Der kleinere ist ein Ausstellungsstück im Außenbereich des Schifffahrtsmuseums. Er stand in seiner aktiven Zeit einige Kilometer südlich von Bremerhaven als Unterfeuer in Sandstedt an der Unterweser. Errichtet wurde der 11 m hohe Turm mit dem kupfernen Kuppeldach im Zuge der Weserbefeuerung von 1897/98. Deshalb ist es kein Zufall, dass eine ganze Reihe weiterer Leuchttürme an der Weser eine ähnliche Bauart haben, z.B. auf der Weserinsel Harriersand. Das zugehörige Oberfeuer steht heute noch in Sandstedt, obwohl es 1981 wie die kleine Ausgabe durch einen modernen Nachfolger ersetzt wurde.
Die Richtfeuerstrecke Geestemünde aus Oberfeuer und dem etwas weiter weseraufwärts stehenden Unterfeuer wurde 1973 erbaut und leitet die Schifffahrt durch den „Blexener Bogen”.
Das Unterfeuer Geestemünde ist zugleich auch Unterfeuer Fischereihafen. Es trägt nämlich zwei Leuchtfeuer sowohl für die weserabwärts fahrende Schifffahrt als Teil der Richtfeuerstrecke Geestemünde als auch weseraufwärts für die Richtfeuerstrecke Fischereihafen.
Weiter weseraufwärts steht das 43 m hohe Oberfeuer Fischereihafen – direkt an der Einkaufmeile „Schaufenster Fischereihafen”. Der Leuchtturm wurde wie auch die beiden vorgenannten 1973 erbaut. Ober- und Unterfeuer blinken im gleichen Rhythmus: Im „Schaufenster Fischereihafen” gibt es eine Zeile mit zahlreichen Cafés, Restaurants für jeden Geschmack und kleinen Läden zum herumstöbern. Außerdem kann man hier selbstverständlich gut und vor allem preiswert Fisch kaufen. Verglichen mit unserem Heimatort zahlt man hier nur knapp die Hälfte. Den Bereich will die Stadt mehr und mehr touristisch erschließen. Man kann das „Atlanticum” besuchen, einer Kombination aus Meeresaquarium und Ausstellung zum Thema Fischfang, die von außen allerdings größer wirkt als sie wirklich ist oder (von April bis Oktober) den ausgedienten Seitentrawler „Gera” der ehemaligen DDR-Fischfangflotte besichtigen.
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