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Leuchttürme an der JadeLeuchtturm Arngast
Der Leuchtturm Arngast steht mitten im Jadebusen an der Stelle, an der sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Insel Arngast befand. Als er 1909 erbaut wurde, war Arngast jedoch schon untergegangen. Die 36 m hohe Stahlkonstruktion ist der südlichste Turm der zum Marine- bzw. Ölhafen Wilhelmshaven führenden Leuchtfeuerkette der Jade und mit einem nach Norden gerichteten Leitfeuer ausgerüstet. 1966 wurde er wie viele andere Leuchttürme in dieser Zeit auf Automatikbetrieb umgestellt und die Besatzung abgezogen.
Wer sich den Leuchtturm eimal näher ansehen möchte und nicht im Besitz eines Sportbootführerscheins ist, kann von Wilhelmshaven oder Dangast aus Schiffstouren zum Leuchtturm Arngast unternehmen. Kapitän Anton Tapken bietet zum Beispiel im Sommer regelmäßig Fahrten ab Dangast mit der betagten „Etta von Dangast” zum Leuchtturm, aber auch Jade-Rundfahrten z.B. nach Eckwarderhörne, zur Baustelle des JadeWeserPorts, zu den Seehundbänken (auch mit Netzfischfang), zum Wilhelmshavener Marinehafen oder zur Besichtigung des Feuerschiffs Norderney am Wilhelmshavener Bontekai an. Als alteingesessener Dangaster weiß er dabei viel Interessantes zu erzählen – allerdings ist auch manches Seemannslatein dabei – man sollte also nicht allzu leichtgläubig sein.
Weitere Informationen und Fahrpläne auf der „Etta-Homepage”. Leuchtturm Mellumplate
Der Leuchtturm Mellumplate ist das nördlichste Leuchtfeuer im Jadefahrwasser. Er wurde in den Jahren 1940 bis 1942 auf der Sandbank Mellumplate nördlich der Insel Alte Mellum als Flak-Turm gebaut, um die Jade-Einfahrt abzuriegeln, d.h. feindliche Flugzeuge weit vor dem Festland, vor allem dem Wilhelmshavener Marinehafen abfangen zu können. Das erklärt auch sein voluminöses quadratisches Format mit über 10 m Seitenlänge, denn er musste auch noch eine 40-köpfige Besatzung beherbergen. Er steht auf einem insgesamt 23 m hohen Stahlbeton-Caisson mit 14 m Durchmesser, der ähnlich wie beim Leuchtturm Roter Sand tief in den Sandboden eingelassen wurde. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges montierte man die Geschütze ab und baute ihn 1946 wegen seines günstigen Standorts zu einem Leuchtturm um. Er dient der Schifffahrt mit seinem Präzisions-Leitfeuer zur Navigation im Wangerooger Fahrwasser bis zur Einfahrt in die Außenjade auf Höhe der Insel Minsener Oog. Zum Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit wurde der 32 m hohe Klinkerbau 1968 mit Aluminiumblechen verkleidet. 1973 wurde er an die Fernsteuerung in Wilhelmshaven angeschlossen. Zum Absetzen von Wartungspersonal stattete man ihn zudem mit einer Hubschrauber-Landeplattform aus. Richtfeuerlinien
Zwischen dem Leuchtturm Mellumplate im Norden und dem Leuchtturm Arngast als südlichstem Punkt zeigen eine Reihe weiterer Leuchtfeuer den Weg zum Öl- und Marinehafen Wilhelmshaven, vor allem die Richtfeuerlinien Voslapp, Tossens und Eckwarden bzw. Jappensand. Im Nordosten der Stadt Wilhelmshaven am Voslapper Groden steht das Oberfeuer Voslapp. Wer die Autobahn von Oldenburg nach Wilhelmshaven bis zum Ende durchfährt, ist schon fast da. Der 1961 erbaute Betonturm ist mit 61 m einer der höchsten Leuchttürme Deutschlands. Das zugehörige Unterfeuer steht ein paar Kilometer weiter nördlich. Noch vor wenigen Jahren konnte man hier am Geniusstrand vor dem Deich baden. Heute regieren jedoch die Baumaschinen. Millionen Kubikmeter Sand wurden aufgespült – der Containerhafen JadeWeserPort entstand und ist inzwischen fast fertiggestellt. Seitdem die Bauarbeiten begonnen haben steht hier das JadeWeserPort InfoCenter. Wer sich weitergehend für die Planungen und Hintergründe für den Bau interessiert, ist hier an der richtigen Stelle.
Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob 4,- € Eintritt für eine Werbeveranstaltung nicht ein bisschen viel sind. Es gibt aber auch Kombikarten, die einen Besuch der Ausstellung mit einer Hafenrundfahrt verbinden. Gegenüber den Einzeltickets hat man dann den Eintritt für den Besuch des InfoCenters fast wieder raus. Auf der gegenüberliegenden östlichen Seite der Jade steht ein nicht viel anders aussehender Turm, das Oberfeuer Tossens aus dem Jahr 1987 – er ist 52 m hoch und ebenfalls aus Beton gefertigt.
Weiter südlich am Strand von Eckwarderhörne steht das Oberfeuer Eckwarden. Die vierbeinige Stahlkonstruktion mit seiner Wendeltreppe und dem trichterförmigen Laternengehäuse sieht recht originell aus. Der 37 m hohe Turm wurde 1961 erbaut. Das zugehörige Unterfeuer steht nordwestlich davon in einigen hundert Metern Entfernung im Watt.
Wie die Kapitäne die Leuchtfeuer auf dem Weg nach Wilhelmshaven nacheinander ansteuern müssen, sieht man sehr gut auf einer Karte auf der Website des Wasser- und Schifffahrtsamtes Wilhelmshaven, das für den Betrieb und die Unterhaltung der Leuchtfeuer und Seezeichen in der Jade zuständig ist.
Die Fahrrinne verläuft zukünftig etwas weiter westlich als bisher. Die Feuerhöhe des Unterfeuers beträgt 15 m, die des Oberfeuers 38 m. Die beiden Leuchtfeuer sind knapp 1,5 km voneinander entfernt. Mit der MS „Harle Kurier” kann man bei einer Hafenrundfahrt ab Wilhelmshaven sowohl die Baustelle des JadeWeserPorts als auch den Marinehafen besichtigen. Auch die „Etta von Dangast” steuert ab Dangast diese Ziele an, sie fährt aber nicht so weit an die Baustelle heran, sodass dieser Teil der Tour doch etwas enttäuschend ist.
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