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Leuchttürme an der Jade

Leuchtturm Arngast

Leuchtturm Arngast
Neben dem „Roter Sand” verkörpert das Leuchtfeuer im Jadebusen den typischen Leuchtturm schlechthin.

Der Leuchtturm Arngast steht mitten im Jadebusen an der Stelle, an der sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Insel Arngast befand. Als er 1909 erbaut wurde, war Arngast jedoch schon untergegangen. Die 36 m hohe Stahlkonstruktion ist der südlichste Turm der zum Marine- bzw. Ölhafen Wilhelmshaven führenden Leuchtfeuerkette der Jade und mit einem nach Norden gerichteten Leitfeuer ausgerüstet. 1966 wurde er wie viele andere Leucht­türme in dieser Zeit auf Automatikbetrieb umgestellt und die Besatzung abgezogen.

Etta von Dangast
Die 1935 gebaute „Etta von Dangast” fährt regelmäßig zum Leucht­turm Arngast, zum Wilhelms­havener Marine­hafen oder zu anderen Zielen in der Jade.

Wer sich den Leuchtturm eimal näher ansehen möchte und nicht im Besitz eines Sportboot­führerscheins ist, kann von Wilhelmshaven oder Dangast aus Schiffs­touren zum Leucht­turm Arngast unter­nehmen.

Kapitän Anton Tapken bietet zum Beispiel im Sommer regelmäßig Fahrten ab Dangast mit der betagten „Etta von Dangast” zum Leucht­turm, aber auch Jade-Rundfahrten z.B. nach Eckwar­derhörne, zur Baustelle des Jade­Weser­Ports, zu den See­hund­bänken (auch mit Netz­fisch­fang), zum Wilhelms­havener Marine­hafen oder zur Besich­tigung des Feuerschiffs Nor­der­ney am Wilhelms­havener Bontekai an.

Als altein­gesessener Dangaster weiß er dabei viel Interessantes zu erzählen – allerdings ist auch manches Seemanns­latein dabei – man sollte also nicht allzu leichtgläubig sein.

Leuchtfeuer des Turms   Kapitän
Diese Seite liegt immer im Schatten: Das Leitfeuer ist nach Norden gerichtet.
 
„Muss ich jetzt lächeln?” Kapitän Anton Tapken hat den Autopilot eingeschaltet und unterhält die Fahrgäste.

Weitere Informationen und Fahrpläne auf der „Etta-Homepage”.


Leuchtturm Mellumplate

Leuchtturm Mellumplate
Das Bild des Leuchtturms Mellumplate ist nicht optimal. Es wurde aus großer Entfernung von der Weserseite aufgenommen. Trotzdem kann man seine Bauweise hier gut erkennen.

Der Leuchtturm Mellumplate ist das nördlichste Leuchtfeuer im Jadefahrwasser. Er wurde in den Jahren 1940 bis 1942 auf der Sandbank Mellumplate nördlich der Insel Alte Mellum als Flak-Turm gebaut, um die Jade-Einfahrt abzuriegeln, d.h. feindliche Flugzeuge weit vor dem Festland, vor allem dem Wilhelmshavener Marinehafen abfangen zu können. Das erklärt auch sein voluminöses quadratisches Format mit über 10 m Seitenlänge, denn er musste auch noch eine 40-köpfige Besatzung beherbergen. Er steht auf einem insgesamt 23 m hohen Stahlbeton-Caisson mit 14 m Durchmesser, der ähnlich wie beim Leuchtturm Roter Sand tief in den Sand­boden eingelassen wurde.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges montierte man die Geschütze ab und baute ihn 1946 wegen seines günstigen Standorts zu einem Leuchtturm um. Er dient der Schifffahrt mit seinem Präzisions-Leitfeuer zur Navigation im Wangerooger Fahrwasser bis zur Einfahrt in die Außen­jade auf Höhe der Insel Minsener Oog. Zum Schutz gegen eindringende Feuch­tig­keit wurde der 32 m hohe Klinkerbau 1968 mit Aluminiumblechen verkleidet. 1973 wurde er an die Fern­steue­rung in Wilhelmshaven angeschlossen. Zum Absetzen von Wartungs­personal stattete man ihn zudem mit einer Hubschrauber-Landeplattform aus.


Richtfeuerlinien

OF-Voslapp
Bekam im August 2011 einen neuen Anstrich – das Oberfeuer Voslapp

Zwischen dem Leucht­turm Mellumplate im Norden und dem Leucht­turm Arngast als südlich­stem Punkt zeigen eine Reihe weiterer Leucht­feuer den Weg zum Öl- und Marine­hafen Wil­helms­haven, vor allem die Richt­feuer­linien Voslapp, Tossens und Eckwarden bzw. Jappensand.

Im Nordosten der Stadt Wil­helms­ha­ven am Voslapper Groden steht das Oberfeuer Voslapp. Wer die Auto­bahn von Olden­burg nach Wilhelms­haven bis zum Ende durch­fährt, ist schon fast da. Der 1961 erbaute Betonturm ist mit 61 m einer der höch­sten Leucht­türme Deutsch­lands. Das zu­ge­hö­rige Unter­feuer steht ein paar Kilometer weiter nörd­lich.

Noch vor wenigen Jahren konnte man hier am Genius­strand vor dem Deich baden. Heute regieren jedoch die Bau­maschi­nen. Millionen Kubikmeter Sand wurden aufgespült – der Con­tainer­hafen Jade­Weser­Port ent­stand und ist inzwischen fast fertig­ge­stellt. Seitdem die Bau­arbeiten begon­nen haben steht hier das Jade­Weser­Port Info­Center. Wer sich weiter­gehend für die Pla­nun­gen und Hin­ter­gründe für den Bau interes­siert, ist hier an der rich­tigen Stelle.

InfoCenter
Im JadeWeserPort-InfoCenter kann man sich über den im Bau befind­lichen Tief­was­ser­hafen für große Container­schiffe informieren

Man kann geteilter Mei­nung da­rüber sein, ob 4,- € Ein­tritt für eine Wer­be­ver­an­stal­tung nicht ein biss­chen viel sind. Es gibt aber auch Kom­bi­karten, die einen Besuch der Aus­stel­lung mit einer Hafen­rund­fahrt ver­bin­den. Gegen­über den Einzel­tickets hat man dann den Ein­tritt für den Besuch des Info­Centers fast wieder raus.

Auf der gegenüberliegenden östlichen Seite der Jade steht ein nicht viel anders ausseh­en­der Turm, das Ober­feu­er Tossens aus dem Jahr 1987 – er ist 52 m hoch und ebenfalls aus Beton gefertigt.


OF-Tossens
Steht auf dem halben Weg zwischen Eckwarderhörne und Tossens: das Ober­feu­er Tossens
Das Unterfeuer Tossens aus dem Jahr 1973 steht in Sicht­weite nordwestlich davon im Watt. Bei Ebbe kann man hinlaufen – je nach Wetter barfuß oder mit Gummistiefeln.

Weiter südlich am Strand von Eckwarder­hörne steht das Ober­feuer Eckwar­den. Die vier­beinige Stahl­kon­struktion mit seiner Wendel­treppe und dem trich­ter­för­migen Later­nen­gehäuse sieht recht origi­nell aus. Der 37 m hohe Turm wurde 1961 erbaut. Das zugehörige Unter­feuer steht nord­west­lich davon in eini­gen hundert Metern Ent­fernung im Watt.

OF-Eckwarden
Wassereimer auf Wendeltreppe – das Design des Eckwarder Leuchtturms ist schon sehr eigenwillig

Wie die Kapitäne die Leucht­feuer auf dem Weg nach Wilhelms­haven nach­einander ansteu­ern müssen, sieht man sehr gut auf einer Karte auf der Website des Wasser- und Schiff­fahrtsamtes Wilhelms­haven, das für den Betrieb und die Unterhaltung der Leuchtfeuer und Seezeichen in der Jade zuständig ist.

Unterfeuer Jappensand
Die Richtfeuerlinie Jappensand, hier das Unterfeuer, übernimmt ab 2012 die Funktion der Richtfeuerlinie Eckwarden
Die Tage die­ses Richt­feuers sind je­doch gezählt: Wegen einer durch den Jade­Weser­Port not­wen­digen Fahr­was­ser­verlegung wird das Richt­feuer Eck­war­den durch die in 2011 fer­tig­gestellte Richt­feuer­linie auf dem Jappen­sand ersetzt.

Die Fahrrinne verläuft zukünftig etwas weiter westlich als bis­her. Die Feuer­höhe des Unter­feuers beträgt 15 m, die des Ober­feuers 38 m. Die beiden Leucht­feuer sind knapp 1,5 km von­ein­ander entfernt.

Mit der MS „Harle Kurier” kann man bei einer Hafen­rund­fahrt ab Wilhelms­haven sowohl die Bau­stelle des JadeWeserPorts als auch den Marine­hafen besich­tigen. Auch die „Etta von Dangast” steuert ab Dangast diese Ziele an, sie fährt aber nicht so weit an die Bau­stelle heran, sodass dieser Teil der Tour doch etwas ent­täuschend ist.


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