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NorderneyEs war einer der wenigen schönen Sommertage des Jahres 2005, an dem wir auf einer viel zu vollen Fähre zur ostfriesischen Insel Norderney fuhren. Wir wussten, dass hier Auto fahren erlaubt war, aber Stadtverkehr wie auf dem Festland hatten wir nicht erwartet. Man konnte als Fußgänger fast froh sein, wenn man eine "Verkehrsinsel" erwischte, aber unsere Vorstellungen von einem "Inseltag" waren dann doch etwas andere gewesen.
Trotzdem wollten wir uns nicht die Laune verderben lassen und so lautete das Motto: "Leinen los zum Leuchtturm Norderney". Es war ein etwas längerer Fußmarsch dorthin, aber wir wollten ja auch was von der Insel sehen. Unser Weg führte uns an einer Landstraße entlang. Ich würde diese Straße sicher nicht weiter erwähnen, wäre sie nicht mit Kaninchenkadavern übersät! Man musste Slalomlaufen um nicht draufzutreten: alle 5 bis 15 Meter eine Tierleiche, in allen "Verwesungstadien"! Es war EKELHAFT und die Kurverwaltung hat rein gar nichts dagegen unternommen, obwohl es sich offensichtlich um ein älteres Problem handelte! Wir wissen, dass sich tödliche Krankheiten unter Kaninchen verbreiten können, vor allem bei zu hoher Population. Aber man muss die Kadaver doch entsorgen, anstatt sie dort einfach wochenlang liegen zu lassen. Um uns eine "weitere Tortur auf dieser Tour" zu ersparen, wichen wir auf die Dünen aus - und waren entsetzt: Wir erwarteten eine lebendige Natur, doch was wir vorfanden, war nur eine tote Mondlandschaft! Überall sonst werden sie geschützt, doch auf Norderney findet man mitten in den Dünen... einen GOLFPLATZ!
Tja, dem dummen Touristen kann man anscheinend alles zumuten, Hauptsache er zahlt seine Kurtaxe, lässt ordentlich Geld auf der Insel und fährt dann wieder. Diese Einstellung gibt es auf Norderney aber auch in der Gastronomie. Die wirklich schöne Lage des Cafés "Marienhöhe" wurde hier schamlos ausgenutzt: Wir mussten nicht nur inakzeptabel lange auf Kaffee und Eis warten, die Preise waren außerdem geradezu unanständig hoch. Darüber hinaus reagierte die Bedienung sehr unfreundlich, als wir einen schattigen Platz aufsuchen wollten. Was uns ebenfalls missfiel, war die nicht völlig autofreie Fußgängerzone, d.h. die Fußgängerbereiche werden immer wieder von Autostraßen unterbrochen. Wenigstens hier sollte der Tourist doch mal ungestört bummeln dürfen, ohne ständig aufpassen zu müssen. Das ist beispielsweise auf Borkum deutlich besser gelöst. Ehrlich gesagt, wir haben noch nie so schlechte Erfahrungen auf einer ostfriesischen Insel gemacht und hätten uns so etwas auch nicht träumen lassen. Wer diese Website kennt, weiß, dass wir unsere persönliche Sicht der Dinge schildern. Viele andere Menschen verbinden bestimmt positive Erlebnisse mit Norderney bei uns ist es dagegen genau umgekehrt. Was uns gut gefiel sind die langen Sandstrände und der Blick aufs Wattenmeer. Gerechterweise muss man sagen, dass wir nur einen Tag auf Norderney waren und es sicher schöne Ecken gibt, die wir in der Kürze der Zeit aber nicht sehen konnten ...
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