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Zwei Robben

Aquarium Wilhelmshaven

Plattfisch
Manche Plattfischarten können sich dem Untergrund zur Tarnung anpassen
Als Stadt am Meer möchte Wilhelmshaven sei­nen Bürgern und Besuchern das Leben am und im Meer näher bringen. Von 1927 an zeig­te das städtische Seewasser­aquarium am Helgo­landkai, welche Tiere in der Unter­was­ser­welt leben. Später kam noch eine Seehund­halle hinzu. 2001 musste das See­wasser­aquarium jedoch schließen, weil die Stadt die erforder­liche grund­legende Sanie­rung der Bausub­stanz nicht mehr finan­zie­ren konnte. Ein Jahr später ging das Gebäu­de in private Hände, wurde zum großen Teil abge­rissen und völlig neu in größe­rem Rahmen mit einer zusätz­lichen Etage wieder aufgebaut.

Robbe unter Wasser
Die Robben tauchen gerne zum Besucher­fenster im Unter­geschoss ab und beweisen sich als schnelle und geschickte Schwimmer
Ein Rundgang durch das Aquarium zeigt heute das Leben im Meer in den verschie­denen Zonen der Erde, angefangen im Watten­meer der Nord­see mit Krebsen, Platt­fischen, vielen uns bekann­ten Fisch­arten und vor allem den Rob­ben, dann den Atlan­tik mit den Haien, Rochen und kleineren silber­schil­lernden Fischen. Danach folgt die Ant­arktis mit ihrem Eiswasser, in dem die Pinguine und manche seltsame Wasser­tiere beheimatet sind, dann geht's in die Regen­wald­halle. Logischer­weise sind hier über­wiegend Land­tiere zu sehen, wie der Brillen­kaiman, die Zwerg­seiden­äff­chen, Vögel wie der Beo mit seinem Sprach­talent oder die giftig-bunten Pfeilgift­frösche.

Wenn man das feuchtwarme Klima dort hinter sich gelassen hat, kommt man in den Bereich der Karibik mit ihren Korallenriffen. Hier sieht man einige Fische aus dem Film „Findet Nemo” in Natura wieder. Zuletzt geht's mit dem Überwasserteil des Seehundbeckens wieder zurück in heimatliche Gefilde.

Hai Rochen
Der Schwarzspitzen-Riffhai ist im pazifischen Raum beheimatet. Er wird ca. 1,80 m lang.
Die Kuhnasenrochen drehen „flügelschlagend” ihre Kreise

Pinguin
Wer vor dem Seehund- bzw. Hai-Becken nach oben sieht, kann Magellanpinguine von unten betrachten
Mit dem Umbau hat man für die Seehunde ein 300.000 Liter großes Becken geschaffen, in dem die Seehunde immer zwischen dem Über­wasser­teil und dem Zuschauer­bereich unter Wasser hin- und herschwimmen und dabei sehr gut gelaunt wirken. Sie scheinen ein we­nig mit den Besu­chern zu spielen.

Das kann man von den Haien im benach­barten 200.000 Liter großen Atlantik-Becken nicht behaupten. Sie machen ein Gesicht, als seien sie irgendwie „mit der Gesamt­situation unzu­frie­den”. Nun ist das so eine Sache, wenn man als Nicht-Kenner der Materie den Gesichts­aus­druck eines Hais inter­pretieren will.

200.000 Liter Wasser – das klingt erst einmal ziemlich viel, kann aber nicht darüber hinweg­täu­schen, dass der große Zebra­hai trotzdem nur im Kreis­verkehr schwimmen kann. Da wäre ich als Hai jedenfalls auch nicht glücklich.

Zwergseidenäffchen
Die Zwergseidenäffchen lassen sich in der Regenwaldhalle beobachten. Der Brillenkaiman versteckt sich dagegen gern.
Kritischer noch als diese ja immer noch ver­gleichsweise großen Becken sehen wir die Unter­bringung mancher Krebs­arten, die sich kaum bewegen können. Auch ist ein 2,5 m langes Aquarium für einen 70 - 80 cm langen Kabeljau nicht wirklich groß. Zugegeben – ein Zoo, Tierpark oder Aquarium kann nie den natürlichen Lebens­raum dieser Tiere nach­stellen, dann könnte man sie nun mal nicht beobachten. Das Aquarium Wil­helms­haven muss zudem ohne öffent­liche Finanz­spritzen auskommen, was die Sache nicht leichter macht. An der einen oder anderen Stelle wünscht man den Tieren jedoch etwas mehr Bewegungs­freiheit.

Palettendoktor
Der Palettendoktor wurde als vergessliche „Dorie” aus dem Film „Findet Nemo” bekannt.
Gut gelungen ist der logische Aufbau der ver­schie­denen Lebens­räume. Für Gruppen, die mehr wissen wollen als der Durch­schnitts­be­su­cher, z. B. Schul­klassen, sind auch Füh­run­gen möglich. Übrigens: Wer hier foto­grafieren will, muss schwierige Licht­verhält­nisse einpla­nen. Das Wasser ist zum Teil trüb und das Licht, das in die Becken fällt, ist knapp. Zwar kann man blitzen, aber das führt zu schwer kontrol­lier­baren Reflexen, außerdem sollte man es den Tieren nicht antun. Die Doktor­fische z. B. mer­ken durchaus, was sich außer­halb des Aqua­riums tut und verziehen sich zur Sicherheit schon mal zwischen die Korallen, wenn man mit der Kamera zu nah kommt.

Weitere Informationen auf der offiziellen Website des Aquariums Wilhelmshaven …

Robbe über Wasser

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