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Kaiser-Wilhelm-Brücke

Wilhelmshaven

Die Stadt am Jadebusen wirkt auf den ersten Blick ein wenig wie eine graue Maus. Man merkt, dass die erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahr­hunderts im Zusammen­hang mit dem Bau des preußischen Marine­hafens gegründete Stadt keine lange Geschichte hat. Trotzdem hat Wilhelms­haven nicht erst seit der Expo am Meer im Jahr 2000 eine Reihe von interes­santen Sehens­würdig­keiten zu bieten, die glück­licher­weise auch nahe beiein­ander liegen. Wir wollen sie hier nach und nach vorstellen.

Marinemuseum

Marinemuseum

Die Geschichte Wilhelms­havens ist eng mit der deutschen Marine verbunden. Auch heute hat die Marine für die Stadt eine große Bedeu­tung. An der Südstrand­prome­nade in der Nähe der Kaiser-Wilhelm-Brücke wurde 1997 in einem der ältesten noch erhaltenen Werk­statt­gebäude der früheren Kaiser­lichen Werft durch einen Förder­verein ein Museum aufge­baut, das die Geschichte der deutschen Mari­nen seit 1848 zeigt. Hier gibt es nicht nur Ausstel­lungs­stücke hinter Glas, sondern die Besucher können einige ausran­gierte Marine­schiffe besichtigen, so dass man Vorstel­lun­gen vom Leben der Soldaten an Bord gewinnt.

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Wattenmeerhaus

Deck eines Krabbenkutters

Ein richtiger Krabbenkutter ist hier ausgestellt. Es war sicher aufwendig, ihn in das Gebäude zu befördern. Man kann an Deck gehen und sich an Bord umsehen.

Die Flora und Fauna im und an der Nordsee ist der Schwer­punkt des Watten­meer­hauses, das am Süd­strand schräg gegenüber dem Mari­ne­museum zu finden ist. Menschen, die sich für die Natur in Meer und Watt inte­res­sieren, liegen hier richtig. Die Aus­stel­lung hinter­ließ bei uns jedoch einen zwie­spältigen Eindruck. Das lag zum einen daran, dass zum Zeit­punkt unseres Besuchs im Som­mer 2011 eine komplette Etage wegen Um­bau­arbei­ten gesperrt war und dadurch die Hälfte der Ex­po­nate nicht zu sehen war, zum anderen aber auch an der doch recht statisch wirkenden Präsen­tation.

Vorderdeck des Krabbenkutters

So schön es ist, sich einmal auf einem rich­ti­gen Krabben­kutter umsehen zu können, so schlecht ist die Unter­bringung der See­fische in unserer Meinung nach viel zu kleinen Aqua­rien. Platt­fische, Krabben und Tiere, die sich am Meeres­boden aufhalten, in flachen, aber relativ groß­flächigen Aquarien zu zeigen, ist dage­gen keine schlechte Idee. Man kann sie so gut beob­achten. Die Vogel­welt sollte man jedoch nicht nur in Form präpa­rierer Tiere und Schau­tafeln zeigen, sondern besser in Filmen, was das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes leben­diger machen würde.

Vogelsammlung

Die Sammlung präparierter Vögel des Helgo­länder Vogel­kundlers Heinrich Gätke ist hier ausgestellt - jeden­falls das was nach einem Bomben­angriff 1944 davon übrig blieb. Der Groß­teil wurde dabei zerstört.

So richtig empfehlen können wir das Watten­meer­haus daher nicht. Es mag aber sein, das wir einen anderen Eindruck bekommen hätten, wenn die Ausstellung komplett zu sehen ge­we­sen wäre. So muss man diese An­mer­kun­gen unter einem gewissen Vor­behalt sehen. Die inzwi­schen aus dem Küsten­museum in das Watten­meer­haus umge­zogene Aus­stel­lung um den 1994 vor Borkum gestrandeten Pott­wal ist jeden­falls sehens­wert.

Feuerschiff „Norderney”

Feuerschiff

Das Feuerschiff „Norderney” entstand in den Jahren 1906 und 1907 zunächst als Segel­schiff mit einer Dampf­maschine als Hilfs­an­trieb, wurde 1952 - 54 auf Diesel­antrieb um­ge­rüstet und war bis 1981 auf der Station „Weser” in der Außen­weser im Einsatz, bis es aus wirtschaft­lichen Grün­den von einer Groß­tonne ersetzt wurde. Danach machte es dauer­haft am Wilhelms­havener Bontekai fest.

Man kann das Schiff auch besichtigen, aller­dings sind viele Räume sowie die Ma­schi­ne nicht zugäng­lich. Freunde der See­fahrt kom­men hier nicht unbe­dingt auf ihre Kosten. Dafür kann der erschöpfte Tourist hier seine Pause einlegen – an Bord befin­det sich ein Restau­rant.

Weitere Infor­mationen über touristische Ziele in Wilhelmshaven gibt es hier.

Aquarium

Aquarium

Fährt man am Marinemuseum und dem gegen­über gelegenen Wattenmeer­haus vorbei, gelangt man zum Aquarium am Helgoland-Kai, das sowohl die heimi­schen Meeres­bewohner als auch die Lebe­wesen aus den tropischen und arktischen Gewäs­sern zeigt. Die Pinguine und Robben kann man nicht nur unter Was­ser, sondern auch an der Wasser­ober­fläche beobachten.

Riffhai

Haie, Rochen und viele andere Fische aus tro­pi­schen und subtro­pischen Regionen ziehen in einem verhältnis­mäßig großen Becken ihre Kreise. In der Regen­wald­halle sieht man Vögel, Äffchen und Brillen­kaimane. Ein spre­chender Beo begrüßt dort die Besucher mit „Moin, moin!”

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Küstenmuseum

Siedlungsmodell

In der ehemaligen Jahnhalle an der Weser­straße (Südstadt) befindet sich das „Küsten­museum am Bon­tekai”. Es zeigt die Entste­hung der Nord­seeküste und das Leben an der Küste von den frühen Küsten­bewoh­nern bis heute und speziell die Ent­wick­lung der Stadt Wilhelms­haven.

Im Erdgeschoss erfährt der Besucher zu­nächst etwas über die Entstehung der Nord­see­küste. Er kann die Verän­derung des Küs­ten­verlaufs durch den Anstieg des Mee­res­spiegels nach der letzten Eiszeit und als Folge der weiteren Klima­verän­derung an einem Pro­jek­tions­tisch inter­aktiv in den jewei­ligen Sta­dien nach­voll­ziehen.

Ein weite­rer Schwer­punkt ist die Siedlungs­geschichte der Men­schen am Meer, das Leben der frü­hen Küsten­bewohner im heutigen Nord­west-Deutsch­land. In zahl­reichen Schau­kästen sind Modelle von Sied­lungen oder ein­zel­nen Häu­sern aus verschie­denen Epo­chen zu sehen. Die immer aktuellen Themen Küs­ten­schutz, Deich­bau, das Leben an der Küste, führen den Besu­cher in die heutige Zeit.

Bauernhaus-Modell

Die Marine fehlt hier natür­lich nicht. Es wer­den jedoch weniger tech­nische Ge­sichts­punk­te betrach­tet, sondern die Stadt­entwick­lung im Zusammen­hang mit dem Mari­ne­stütz­punkt, z. B. die Situa­tion der ein­fachen Solda­ten, die Meute­rei der Mari­ne­matrosen im Jahr 1918 und das Schicksal der Zwangs­arbei­ter, die während der Nazi- Zeit in der Rüs­tungs­pro­duk­tion einge­setzt wurden. Auch die Schwie­rig­kei­ten der voll­stän­dig auf die Kriegs­marine ein­ge­stel­lten Stadt, der Bevöl­kerung nach Ende des zwei­ten Welt­kriegs ohne Mari­ne und Kriegs­schiff­bau eine Arbeits­pers­pek­tive zu geben, werden aus­führ­lich dar­gestellt.

Im Ober­geschoss erfährt man auch etwas über den „Jade-Weser-Port”, einem Tief­was­ser­hafen für große Container­schiffe, der zur Zeit nördlich des Ölhafens gebaut wird. Den Verän­derun­gen der Museums­schwer­punkte fiel die Aus­stel­lung „wal.welten” mit dem 14 m langen Pott­wal-Ske­lett zum Opfer, das jetzt in das Watten­meer­haus umgezogen ist.

Mehr auf der Website des Küstenmuseums

Rathaus

Rathaus

Das Rathaus ist neben der Kaiser-Wil­helm-Brücke eines der Wahr­zeichen der Stadt. Es wurde 1928/29 für die Kommu­nal­verwaltung der Stadt Rüstringen gebaut. Der vom be­kann­ten Hamburger Architekten Fritz Höger ent­wor­fene Klinker­bau wurde nach dem Zu­sam­men­schluss der olden­bur­gi­schen Stadt Rüstringen mit dem preußi­schen Wilhelms­haven im Jahr 1937 zum Rathaus des von da an oldenbur­gischen Wilhelms­haven. Das Ge­bäu­de ist gleich­zeitig Wasser­turm: Im oberen Teil des 49 m hohen Turms befindet sich ein großer heute noch genutz­ter Trink­wasser­behälter.


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