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Oceanis

Das Oceanis hat Ende Oktober 2009 nach fast 10 Jahren seine Pforten geschlossen. Eigentlich hatten wir beabsichtigt, vorher noch mal hinzufahren. Aber wir haben es leider nicht mehr geschafft. Der folgende Bericht von uns ist schon etwas älter – aus dem Jahre 2002. Trotzdem ist es vielleicht für den einen oder anderen nochmal interessant:

Oceanis-Gebäude

Der Einstieg in die „Unterwas­serstation” hat was. Wir stei­gen in einen (virtuellen) Fahr­stuhl, der uns 100 m unter die Wasser­ober­fläche bringen soll. Aus dem Fenster sieht man, dass sich der Fahrstuhl hinaus aufs Meer bewegt. Es wackelt und zittert, Wasser schlägt über dem Fahrstuhl zusammen und ab geht's nach unten. Durch das Fenster sieht man Fische schwimmen, es wird immer dunkler. „Unten” ist man schnell angekommen. Das war schon mal ganz nett.

Archiv des Meeres
Hinter den Bullaugen kann man teilweise kaum etwas erkennen.

Wir steigen aus und befinden uns in einer eigenartigen Umgebung aus dunklen, ovalen Gängen, die die verschiedenen Räume mitein­ander verbinden. Durch Bullaugen (dahinter verbergen sich Compu­ter­monitore) sieht man Fische schwimmen – man könnte glauben, dass man sich tatsäch­lich tief im Meer befindet. Die Begrenzung der Wege erinnert an eine Schiffs­reling. Das Oberteil einer Boje, das hier mitten im Weg steht, zeigt die wirkliche Größe dieser Seezei­chen, die vom Schiff aus immer sehr klein aussehen.

Durch den Gang geht's weiter zunächst in das „Archiv des Meeres”. Hier gibt es auf großen Monitoren in der Mitte des Raums und hin­ter unzähligen kleinen Bullaugen an den Wänden Informationen rund um Wattenmeer, Küste, Küstenschutz und das Biosystem Meer. Die Exponate hinter den Bullaugen sind allerdings zum Teil so klein, dass man sie selbst mit Lupe nicht erkennen bzw. lesen kann. Was der Sinn dieser Darstellung sein soll, ist uns nicht klar.

Forschungszentrale
Viel Information gibt es in der Forschungszentrale

Wir gehen weiter und kommen in die „Forschungs-Zen­trale”, einem großen runden Raum mit vielen Compu­ter­monitoren, an denen sich der Besucher in Filmen und Dia­schauen über Meeres- und Klima­forschung, über heutige Polar­expeditionen und zum Thema Um­welt­schutz informieren kann. Aller­dings dürfte kaum jemand die Zeit haben, sich alles anzusehen, zumal die nach­folgenden Besucher schon mit Ich-will-auch-mal-Gesicht hinter einem stehen. Die Bedienung der Geräte sollte sich jedoch besser an den heutigen Computern orien­tieren. Sie unter­scheidet sich je nach Gerät und ist zum Teil gewöhnungs­bedürftig.

Maschinenraum
Wen die schlechte Luft unter der „Taucherglocke” nicht stört, der sieht dort einen Film über Haie

Weiter geht's in den „Maschinenraum”. Hier kommen die Technik-Interessierten auf ihre Kosten. Viele Schiffs­modelle, Taucher­ausrüstungen und Infor­ma­tio­nen über Schiffs­motoren sind – auch mit multi­medialer Computer­unter­stützung – zu sehen.

Übrigens: Wer im Oceanis fotografieren will, sollte schon einen hochempfindlichen Film mitbringen. Die kleinen Blitzerchen an den üblichen Kompaktkameras sind hier völlig überfordert. Deshalb stammen auch einige der hiergezeigten Fotos aus dem Download-Bereich der offiziellen Oceanis-Homepage.

Wir verlassen das Oceanis mit dem „Oceanis-Jet”, einer virtuellen Kombination aus U-Boot und Flugzeug. Nach dem Auftauchen und dem „Rundflug” über Wilhelmshaven, bei dem tatsächlich ein richtiges Fluggefühl aufkommt, landet man nach dem Aussteigen zufällig (?) im angrenzen­den Café.

Der hohe technische Aufwand, der hier getrieben wurde, hat seinen Preis. Wer mit seiner Familie das Oceanis besuchen will, wird trotz Familienkarte eine Menge Geld los. Ob sich das lohnt muss jeder für sich selbst entscheiden. Eine Schau ist der Besuch allemal.